Dauerkrise Griechenland beschäftigt den IWF

Dauerkrise Griechenland beschäftigt den IWF
Armenspeisung einer orthodoxen Kirche in Athen, Griechenland, 15. Februar 2017.
Das "Sorgenkind" Griechenland beschäftigt weiterhin den IWF. Die Konjunkturprognosen sind trotz der Reformfortschritte unzureichend. Ende Mai soll es eine Lösung geben, aber das dringend gebrauchte Milliarden-Hilfsprogramm steht auf der Kippe.

Am Freitag Abend wird sich Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble mit dem griechischen Finanzminister Euklidis Tsakalotos treffen. Auch die IWF-Chefin Christine Lagarde und der französische Finanzminister Michel Sapin werden sich wieder mit Griechenland beschäftigen. Am Donnerstag forderte Lagarde weiterhin einen Schuldenabbau Griechenlands und Reformen in den Bereichen der Steuern und Renten. Zugleich lobte sie die Fortschritte Griechenlands hierhingehend. Uneinigkeit der Partien herrscht im Bereich des für Griechenland erzielbaren Primärüberschusses (Überschuss ohne Schuldendienst).

Athen wartet noch immer auf Gelder, die dem Land helfen, den Weg aus der Krise zu meistern. Der IWF soll sich ein Jahr lang an einem Hilfsprogramm für Griechenland beteiligen. Anfang April waren die Eurogruppe, der IWF und die Regierung Griechenlands übereingekommen, dass weitere Reformen in Angriff genommen werden. Diese Reformen ermöglichten Griechenland ein Darlehen in Höhe von 86 Milliarden Euro. Dieses Darlehen ist an die Erfüllung der Umsetzung der Reformmaßnahmen gebunden. 

Das Hauptquartier der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt, angestrahlt mit einem großen Euro-Zeichen, Frankfurt, 12. März 2016.

Aber die Prognosen für das griechische Wirtschaftswachstum sind nicht überzeugend. Das Hilfsprogramm muss überprüft werden. Im Mai soll es neue Prognosen aus Brüssel für die griechische Konjunktur geben. Der IWF bindet seine Unterstützung Griechenlands an die Konjunkturprognosen des Landes. 

Der deutsche Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble aber zeigte sich positiv: 

Es ist möglich, wenn sie mindestens 50 Prozent ihrer Reformzusagen oder etwas mehr einhalten.

Der EU-Wirtschaftskomissar Pierre Moscovici hofft auf eine Lösung bis Ende Mai. Am 22. Mai findet ein Treffen der Euro-Finanzminister statt. Experten gehen nicht davon aus, dass es zu einem wirklichen Durchbruch kommen wird, um die Dauerkrise zu beenden. 

ForumVostok