Chinesisches Gericht verurteilt Samsung zu 11,6 Millionen US-Dollar Zahlung an Huawei

Chinesisches Gericht verurteilt Samsung zu 11,6 Millionen US-Dollar Zahlung an Huawei
IFA Elektronikmesse Berlin; Deutschland, September 2015.
Die wirtschaftlichen Repressalien gegen südkoreanische Firmen gehen weiter. Sie sind eine Antwort auf die Stationierung des US-THAAD Systems in Südkorea. Nun trifft es Samsung. Der Samsung Erbe ist wegen Korruptionsvorwürfen in Haft und ein chinesisches Gericht verurteilt die Firma zu einer Millionenstrafe.

Der Vorzeigekonzern Samsung Südkoreas gehört zu den bekannten “Chaebols“, südkoreanische Familienunternehmen, die hohen Einfluss auf Politik und Medien haben. Südkorea wird auch gerne als die “Samsung-Republik“ bezeichnet. Aber das Imperium steht auf wackligen Füßen. Das “Galaxy Note 7“ machte Schlagzeilen, nachdem mangelhafte Akkus das Gerät in Brand versetzten,

Nach Verwicklungen in den Skandal um die ehemalige Präsidentin Südkoreas, Park, sitzt der Samsung-Erbe in Haft. Die Verurteilung eines chinesischen Gerichts auf 11,6 Millionen US-Dollar Strafzahlungen wegen Patentverletzungen ist ein weitere schwerer Schlag gegen den Konzern.

Der Samsung-Erbe Lee Jae-yong wird vor einer Gerichtsanhörung im Jae-yong-Gericht von Journalisten bedrängt; Seoul, Südkorea, 18. Januar 2017.

Empfänger der Summe soll ausgerechnet der chinesische Konkurrent Huawei Technologie sein. Im Mai 2016 reichte Huawei zum ersten Mal Klage in China und den USA ein. Samsung reagierte mit einer Klage seinerseits wegen IP Verletzungen. Samsung will das Urteil prüfen, bevor es reagiert. Huawei begrüßte das Urteil. Zwanzig verschiedene Mobilfunktelefone und Tablets der Marke Samsungs sollen im Konflikt mit dem Patent Huaweis stehen. In Südkorea wird das Urteil auch als eine weitere Repressalie im Streit um ein US-Raketenabwehrsystem gesehen, welches bereits in Teilen an Südkorea geliefert wurde. Zunächst traf der chinesische Wirtschaftsboykott nur die Firma LOTTE, die unmittelbar mit dem Thaad-System in Verbindung stand, dadurch, dass sie ihr Land für die Aufstellung zur Verfügung stellten. Nun bekommen immer mehr Firmen und die Regierung die Antwort Chinas zu spüren. 

In einem früheren Patenstreit von 2011 hätte Samsung Apple 120 Millionen US-Dollar zahlen müssen. Vor einem US-Gericht erhielt die Firma recht und musste die Zahlung nicht leisten. Aber im politischen Klima zwischen China und Südkorea kann Samsung nicht auf eine positive Wendung im Falle einer Revision hoffen.  

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