Trump trifft Xi Jinping – Die Weltwirtschaft schaut gespannt zu

Trump trifft Xi Jinping – Die Weltwirtschaft schaut gespannt zu
Siegerpose im Vorfeld des Treffens, doch eine Einigung zwischen Chinas Präsident Xi Jinping und Donald Trump ist durchaus möglich.
Beim ersten Aufeinandertreffen von Chinas Staatschef Xi Jinping und dem US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump steht auch die Handelspolitik beider größter Volkswirtschaften der Welt im Zentrum der Gespräche. Das Treffen betrifft damit auch Deutschland.

Wie China gehört auch Deutschland zu den wichtigsten Handelspartnern der USA - und wie China hat auch Deutschland im Handel mit den Amerikanern einen riesigen Überschuss. Es werden signifikant mehr deutsche Waren in die USA exportiert als amerikanische Waren nach Deutschland. Das daraus resultierende massive Handelsdefizit der Vereinigten Staaten ist für die USA alles andere als positiv. Trump warf China und Deutschland daher auch jüngst unfaire Praktiken zu Lasten der US-Wirtschaft vor.

US- und China-Flaggen in Vorbereitung des Treffens von Trump und Xi Jinping in Florida; USA, 5. April 2017.

Während seines Wahlkampfes und auch danach teilte Trump sowohl gegen China als auch gegen Deutschland kräftig aus. Meist über den Kurznachrichtendienst Twitter. Anderseits: Sowohl der Stopp des transpazifischen Freihandelsabkommens TPP als auch der Raum, den die USA den Chinesen beim Weltwirtschaftsforum in Davos gewährten, kommen dem Reich der Mitte entgegen. Mehr noch als bei Trumps Amtsvorgängern gilt es beim 45. Präsidenten der USA zwischen öffentlichem Getöse, strategischen Verwirrungsspielchen und der eigentlichen politischen Agenda zu unterscheiden. Einiges deutet darauf hin, dass es zu keinem ausgewachsenen Handelskrieg zwischen den Konkurrenten kommen wird.

Für Chinas Präsident Xi Jinping steht bei dem Treffen mit Trump die Verhinderung von Strafzöllen und anderen Eingriffen gegen den chinesischen Handelsüberschuss mit den USA im Fokus, sagt der Präsident des Ifo-Institut, Clemens Fuest. Doch selbst falls es Xi Jinping gelänge, Sanktionen gegen China zu verhindern, bedeute das für Deutschland keine Entwarnung. Denn:

Trump steht unter Druck, seine Wahlkampfversprechen einzulösen", sagt Fuest. "Maßnahmen gegen Importe aus anderen Ländern gehören leider dazu."

Laut US-Heimatschutzminister John Kelly könnte die Mauer an der Grenze zu Mexiko in zwei Jahren stehen.

Der US-Präsident Trump nämlich hat unter dem Slogan "America first" versprochen, mehr Industriejobs zu schaffen. Deutschland, China und andere Exportnationen fürchten eine Politik des US-Protektionismus, einer wirtschaftlichen Abschottung mit möglichen höheren Einfuhrzöllen.

Wenn Trump seine Wahlversprechen umsetzt und Handelsschranken gegen China errichtet, dann ist zu erwarten, dass Peking Gegenmaßnahmen trifft und möglicherweise eine Eskalationsspirale in Richtung Handelskrieg in Gang gesetzt wird", sagt Björn Conrad vom Berliner China-Institut Merics.

(reuters/rt deutsch)

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