Russische Sberbank verkauft ukrainisches Tochterunternehmen

Russische Sberbank verkauft ukrainisches Tochterunternehmen
Nachdem rechtsextreme Übergriffe und gezielte Schikanen vonseiten der Regierung der ukrainischen Tochter der russischen Sberbank eine reguläre Arbeit weitgehend verunmöglicht hatten, werden ausländische Investoren deren Anteile und den Geschäftsbetrieb übernehmen.
Die russische Sberbank hat offiziell mitgeteilt, dass sie alle Aktien ihrer ukrainischen Tochterfirma verkauft. Sie sollen an ein lettisches Konsortium und eine weißrussische Privatfirma gehen. Das Geschäft soll in den nächsten Monaten abgeschlossen werden.

"Ein Konsortium von Investoren erwirbt 100 Prozent der Aktien der ukrainischen offenen Aktiengesellschaft Sberbank, die eine Tochterbank der russischen offenen Aktiengesellschaft ist. Teil des Konsortiums werden die lettische Bank Norvik Banka und ein weißrussisches Privatunternehmen sein. Ein entsprechendes juristisch verpflichtendes Dokument wurde heute unterzeichnet", heißt es in einer offiziellen Mitteilung der russischen Bank.

Das Finanzdienstleistungsunternehmen teilte mit, dass die ukrainische Tochterfirma über alle notwendigen Mittel verfügt, um bestehenden Pflichten gegenüber privaten und geschäftlichen Kunden nachkommen zu können. Das Geschäft soll bis Ende des ersten Halbjahres 2017 abgeschlossen sein, nachdem die Kartellbehörden und Organe der Finanzaufsicht ihre Überprüfungen abgeschlossen haben. Die russische Leitung der Sberbank teilte mit, dass sie durch diesen Schritt auf eine Normalisierung der Arbeit der ukrainischen offenen Aktiengesellschaft hoffe:

Wir hoffen, dass diese Entscheidung über den Verkauf unserer Tochterbank dazu führen wird, dass deren Filialen freigegeben werden und ihre Arbeit zum normalen Alltag zurückkehren kann. Dies wird den Kunden der Bank ermöglichen, die Dienstleistungen einer der stabilsten und effektivsten Banken in der Ukraine uneingeschränkt zu beanspruchen und eine Grundlage für deren weitere Entwicklung schaffen.

Blockade auf ukrainische Art

Zuvor hatten in Teilen der Ukraine Angriffe auf Filialen der russischen Tochterbank stattgefunden. Die Arbeit der Bank stand in den Städten Dnipro, Sumy, Winnyzja und einer Filiale in Kiew still. Ukrainische Rechtsradikale mauerten zudem die Eingänge und Fenster des Sberbank-Hauptsitzes in Kiew mithilfe von Betonblöcken zu.

Radikale Nationalisten vor der Sberbank in Kiew am 13. März 2017.

Am 27. März gaben Vertreter der ukrainischen Partei Nationales Korps bekannt, das die ihre Blockade der Bankenfilialen für eine kurze Zeit aufheben werden, damit die Sparer ihr Geld abheben können. Sie riefen die Regierung dazu auf, den Verkauf der Bank an Mittelsmänner nicht zuzulassen.

Zuvor hatte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko am 16. März Sanktionen gegen die russischen Banken Sberbank, Prominwestbank, WTB, BM Bank, VS Bank über den Zeitraum von vorerst einem Jahr verhängt. Die damit verbundenen Einschränkungen verbieten es diesen Finanzinstituten, Kapital aus der Ukraine auszuführen, Dividenden und Zinsen auszuzahlen sowie Kredite zurückzuzahlen. Außerdem wurde ihnen die Umverteilung von Gewinnen und Bankenkapital untersagt.