Nun also doch: Zwei deutsche Firmen bewerben sich für Trumps Mauerbau

Nun also doch: Zwei deutsche Firmen bewerben sich für Trumps Mauerbau
Laut US-Heimatschutzminister John Kelly könnte die Mauer an der Grenze zu Mexiko in zwei Jahren stehen.
Laut Berichten der Süddeutschen Zeitung bewerben sich auch zwei deutsche Unternehmen für den Mauerbau an der Grenze zu Mexiko. Bei den Firmen handelt es sich um die Bauer AG und das Architekturbüro Leupold Brown Goldbach. Beide haben ihren Sitz in Bayern.

Es handelt sich vermutlich um das umstrittenste Bauprojekt der letzten Jahrzehnte: Eine Mauer, mit der US-Präsident Donald Trump die illegalen mexikanischen Einwanderer abhalten will in die USA zu kommen. Sie soll bis neun Meter hoch werden. Über eine Länge von 3.2000 Kilometern. Als Kostenpunkt werden 21 Milliarden US-Dollar angegeben. Laut Medienberichten interessieren sich über 700 Firmen aus aller Welt für den Bau der neuen Mauer. Darunter auch zwei Deutsche Firmen.

Laut Süddeutscher Zeitung steht auf der Liste der Bewerber auch der Name des traditionsreichen Familienunternehmens Bauer AG aus dem bayerischen Schrobenhausen. Auf eine Anfrage der Süddeutschen sei das Unternehmen zunächst sprachlos gewesen. Dann folgte eine etwas krude Stellungnahme:

Donald Trump verzeichnet Rückgang des Migrantenzustroms

Es handelt sich nur um eine Liste der Interessenten, aber keine Bewerberliste,

so eine Sprecherin des Unternehmens. Die zweite bayerische Firma ist das Architekturbüro Leupold Brown Goldbach aus München. Auch die Architekten wurden von der Süddeutschen um eine Stellungnahme angefragt. Offenbar erfolgte die Reaktion in diesem Fall schneller. Das Büro wolle sich nicht an dem Bau beteiligen, "um zu profitieren", sagte Firmenpartner Wily Brown vom Büro in Boston gegenüber der SZ. Man sei gerade dabei, ein Geschäft in den USA aufzubauen:

Wir wollen nur mitbekommen, was dort so läuft.

Was ein wenig so klingt wie das berüchtigte "Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen" von Walter Ulbricht aus dem Jahr 1961, hat hier sicher einen anderen Hintergrund. Vermutlich haben beide Unternehmen die Außenwirkung einer solchen "Bewerbung" schlichtweg unterschätzt. Auch der Essener Baukonzern Hochtief musste feststellen, was es bedeutet, mit dem Bauwerk in Verbindung gebracht zu werden. Als dem Unternehmen Ende Februar Interesse am Bau der Mauer nachgesagt wurde, kam sofort das Dementi:

Medienberichte: Über 200 Firmen wollen sich mit Bau der Mexiko-Mauer beschäftigen

Wir haben dafür keine Pläne.

Dabei hatte Hochtief-Chef Marcelino Fernandez Verdes Ende Februar bei der Bilanzvorlage in Düsseldorf nicht ausgeschlossen, dass sich das Unternehmen an dem von US-Präsident Donald Trump angekündigten Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko beteiligt.

Auch das Unternehmen Bauer AG aus Schrobenhausen muss laut der Süddeutschen mit Kritik rechnen. Der Bauunternehmer Thomas Bauer versuche seine Firma als verantwortungsvolles Unternehmen zu positionieren. So habe er unter anderem seinen etwa 10.000 Beschäftigten eine lange Liste von Ethik-Regeln gegeben. Tenor des Unternehmens:

Bei unseren Geschäften orientieren wir uns außerdem an nationalen wie internationalen Werten und Grundsätzen und sind davon überzeugt, dass ein anständiges und korrektes Verhalten die beste Voraussetzung für Erfolg ist.

Dem Unternehmen sei bewusst, "dass wir neben den ökonomischen Aufgaben auch eine soziale Verpflichtung gegenüber der Gesellschaft haben". Der mögliche Imageschaden durch die Bewerbung könnte nicht nur die Firma betreffen.

Wie die SZ berichtet, hat der 61-jährige Bauer neben dem Vorsitz der Firma auch zahlreiche Funktionen in politischen Verbänden und Vereinen inne. Bauer ist Schatzmeister der bayerischen Regierungspartei CSU und sitzt im Präsidium des Parteivorstandes. Zudem ist er Vizepräsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI).

Laut der SZ könnten finanzielle Gründe ein Motiv für die Bewerbung sein. Die Zeitung berichtet, dass die Bauer-Aktie nach einem anfänglichen Höhenflug jetzt wieder in der Nähe des Ausgabekurses von 2006 liegt. Der Umsatz ging im vergangenen Jahr zurück. Die Gewinnprognose wurde nach unten korrigiert.

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