Nach rechtsradikalen Übergriffen: Ukraine prüft Maßnahmen gegen die Betroffenen

Nach rechtsradikalen Übergriffen: Ukraine prüft Maßnahmen gegen die Betroffenen
Ukrainische Tochterfirmen russischer Banken erleben die Wichtigkeit des Ultranationalismus als Standortfaktor am Finanzplatz Ukraine.
In der Ukraine überfielen Rechtsextreme mehrere Bankhäuser - unbehelligt von Sicherheitsbehörden. Die Staatsbank der Ukraine (NBU) und der Inlandsgeheimdienst des Landes überlegen stattdessen Sanktionen gegen die betroffenen Tochterfirmen russischer Banken.

Die Nationalbank der Ukraine, der Inlandsgeheimdienst der Ukraine sind angewiesen, die Aktivitäten ukrainischer Bankinstitute mit russischen Staatsbanken zu analysieren",

sagte der Vorsitzende des nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates der Russischen Föderation, Alexander Turtschinow, im Anschluss an eine Sitzung des Gremiums in Moskau.

Radikale Nationalisten vor der Sberbank in Kiew am 13. März 2017.

Mehrere Tochtergesellschaften russischer Bankhäuser, darunter der Sberbank, der VTB und der Prominvestbank, stellen gegenwärtig Bankdienstleistungen in der Ukraine zur Verfügung. Abgesehen von staatlichen Banken befinden sich auch die private Standard Bank und die Luxemburg ABH Holding im Besitz der russischen Alfa Bank.

Die Führung in Kiew hat nun die ukrainische Tochtergesellschaft der Sberbank dazu gezwungen, die maximale Höhe von Barabhebungen zu beschränken. Auch darüber hinaus stieg der öffentliche Druck auf das Finanzhaus in drastischer Weise.

Am Montag mauerten ukrainische Rechtsradikale die Eingänge und Fenster des Sberbank-Hauptsitzes in Kiew mit Betonblöcken zu. Auch an den darauf folgenden Tagen kam es an mehreren Orten zu Übergriffen gegen Geschäftsstellen ukrainischer Tochtergesellschaften russischer Banken.

Aufgrund rechtswidriger Handlungen Dritter, die den Hauptsitz blockierten und Bankmaschinen beschädigten, sind wir gezwungen, mitzuteilen, dass die Bargeldabhebung von Einzelpersonen auf 1.120 US-Dollar pro Tag reduziert wird“, verkündete die Sberbank nun in einer offiziellen Stellungnahme.

Kiew beschuldigte zuvor den ukrainischen Zweig der Sberbank, mit Bürgern der selbsternannten Volksrepubliken in der Ostukraine zusammenzuarbeiten. Das Kreditinstitut lehnt diese Anschuldigungen ab.

Mädchen zeigen ihre ersten Ausweise. Diese hat das Standesamt der Donezker Volksrepublik am 16. März 2016 ausgestellt.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow forderte die Behörden in der Ukraine auf, die Sberbank und ihre Tochtergesellschaften ohne jegliche Rücksicht auf politische Opportunitätserwägungen zu schützen. Dmitri Peskow, der Pressesprecher des russischen Präsidenten Wladimir Putin, kommentierte, dass Moskau die Situation genau beobachtet.

Sollte sich Kiew für Sanktionen gegen die Geldinstitute entscheiden, dann wären ukrainische Kunden der russischen Sberbank direkt betroffen. Sie könnten sogar vollständig den Zugang zu Sberbank-Bankdienstleistungen verlieren.

Das Bankhaus betreibt 150 Filialen in der Ukraine. Sberbank betreut mehrere Millionen Kunden und 37.000 Firmen im russischen Nachbarland. Laut einer Studie der ukrainischen Staatsbank aus dem vergangenen Jahr belegt die russische Sberbank den siebten Platz unter den größten Finanzhäusern der Ukraine.

ForumVostok
MAKS 2017