Shell und BP bestätigen: Russland bleibt bis 2035 Europas wichtigster Erdgaslieferant

Shell und BP bestätigen: Russland bleibt bis 2035 Europas wichtigster Erdgaslieferant
Die politischen Rufe nach Abkopplung Europas von russischen Energieanbietern und die Konfrontationspolitik aus Brüssel und Berlin halten den wirtschaftlichen Realitäten nicht stand. Russland bleibt auch weiterhin Europas wichtigster Energiepartner.
Russlands Erdgasriese Gazprom hat im vergangenen Jahr seinen Anteil am europäischen Erdgasmarkt um 34 Prozent erhöht. Die europäischen Energiekonzerne Royal Dutch Shell und BP bestätigten, dass Russland bis 2035 größter Erdgaslieferant Europas bleiben wird.

"Im vergangenen Jahr haben wir 179,3 Milliarden Kubikmeter Erdgas nach Europa geliefert. Das sind 12,5 Prozent mehr als noch im Jahr 2015. Unser Marktanteil in Europa ist auf 34 Prozent gestiegen", erklärte jüngst der stellvertretende Vorstandsvorsitzende von Gazprom, Alexander Medwedew.

"Europa war immer und wird immer ein vorrangiger Markt für Gazprom sein", fügte Medwedew hinzu.

Bereits 2010 erklärte der damalige russische Premierminister Wladimir Putin, dass eine Freihandelszone von Lissabon bis Wladiwostok Wohlstand, Frieden und Stabilität bringen würde.

Vergangene Woche bestätigte das weltweit größte Mineralöl- und Erdgas-Unternehmen Shell in einer Aussendung, dass Russland mindestens bis 2035 der wichtigste Erdgaslieferant Europas bleiben wird. Das britische Energieunternehmen BP hatte eine ähnliche Aussage bereits im Januar getroffen.

Auslieferungen von Flüssigerdgas aus Katar nach Europa stagnierten hingegen im vergangenen Jahr. Ebenso die US-amerikanische Schiefergasförderung. Diese konnte ihre eigenen Erwartungen aufgrund von ausfallenden Firmenverträgen und zu hohen Preisen nicht erfüllen, berichtete das Finanznachrichtenportal Bloomberg.

Russland wird mit großer Voraussicht mindestens für die nächsten zwei Jahrzehnte Europas größter Erdgaslieferant bleiben", kommentierte BP-Chefökonom Wladimir Drebentsow in Moskau.

Gazprom werde seine marktbeherrschende Position auch dann nicht verlieren, wenn die steigende europäische Nachfrage durch Flüssiggas-Produkte bedient wird, schloss der Ökonom ab.

Im Jahr 2016 importierte Europa 34 Prozent seines Erdgasbedarfs aus Russland. Weitere 24 Prozent kamen aus Norwegen. Weitere 13 Prozent der Energiepartner stellten Flüssiggas-Produzenten zur Verfügung und 11 Prozent kamen aus Algerien.

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