Russland: Reservefonds 2017 fast leer - Steigende Ölpreise sorgen jedoch für Entlastung

Russland: Reservefonds 2017 fast leer - Steigende Ölpreise sorgen jedoch für Entlastung
Einer von zwei Reservefonds des russischen Staates wird im Laufe des Jahres aufgebraucht sein. Der ehemalige Finanzminister Anton Siluanow betont jedoch, dass Russland wegen steigender Ölpreise Neueinnahmen in Milliardenhöhe erwarten darf.

Russlands offizieller Reservefonds ist im Laufe des Jahres 2016 um 73,3 Prozent auf einen Wert von 16,2 Milliarden US-Dollar abgerutscht. Der größere Nationale Wohlfahrtsfonds ging um 16,6 Prozent ins Minus. Dies wiederum entspreche einem Wert von 73,3 Milliarden US-Dollar, teilte das russische Finanzministerium am Dienstag mit.

Ein Teil des Reservefonds liegt in Form von ausländischen Devisenreserven bei der russischen Zentralbank. Im Dezember verkaufte die Bank von Russland 6,9 Milliarden US-Dollar, 6,4 Milliarden Euro und 1,2 Milliarden Pfund, die sie zuvor im Rahmen der Fondsbewirtschaftung gehalten hatte. Die daraus erlangten Finanzmittel schrieb Moskau dem Bundeshaushalt gut, berichtete das Ministerium.

Am 12. Dezember kündigte die stellvertretende Finanzministerin Tatjana Nesterenko an, Russland werde an der Bedienung des Rerservefonds festhalten.

Aus dem Reservefonds schöpfen wir alles, was im Rahmen des Gesetzes vorgesehen ist, denn wir sollten unsere Verpflichtungen erfüllen – die Renten und Vergütungen zu bezahlen. Wir fahren damit in unveränderter Weise fort", sagte sie.

Der frühere Finanzminister Anton Siluanow äußerte in diesem Zusammenhang, dass der Reservefonds im Laufe des Jahres 2017 erschöpft sein wird.

Siluanow führt allerdings an, dass Russland im Jahr 2017 dank wachsender Ölpreise auf zusätzliche Einnahmen in den Kassen des Staates setzen kann. Wenn der Ölpreis bei 50 US-Dollar je Barrel kursiert, könnte die öffentliche Hand um bis zu 16,3 Milliarden US-Dollar mehr einnehmen, als zuvor bei der Erstellung des Bundeshaushaltes eingeplant wurde. Die Hälfte dieser zusätzlichen Einnahmen könnten in den Reservefonds fließen, sagte Siluanow.

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