Korruption: Untersuchungen gegen Pharmariesen Novartis in Griechenland

Korruption: Untersuchungen gegen Pharmariesen Novartis in Griechenland
Novartis ist das weltgrößte Pharmaunternehmen. Im Geschäftsjahr 2016 kam es auf 36,2 Milliarden Dollar Umsatz.
In griechischen Medien ist der Vorwurf erhoben worden, Novartis habe Beamte bestochen. Justizminister Stavros Kontonis hat nun eine Untersuchung angekündigt. Es ist nicht das erste Mal, dass der multinationale Konzern Ärger mit der Justiz hat.

Novartis ist das größte Pharmaunternehmen der Welt. Der Konzern mit Hauptsitz in Basel ging 1996 aus einer Fusion der beiden Basler Pharma- und Chemieunternehmen Ciba-Geigy AG und Sandoz hervor. Der griechische Justizminister Stavros Kontonis hat nun eine Untersuchung gegen den Pharmagiganten infolge von Korruptionsvorwürfen angeordnet. Kontonis kündigte am Dienstag eine schnelle und tiefgreifende Klärung des Falles an.

Zuvor waren in den griechischen Medien Vorwürfe aufgetaucht, Novartis habe Beamte bestochen. Laut einer Quelle aus Justizkreisen läuft seit zwei Monaten eine Voruntersuchung. In deren Rahmen sollen bislang 178 Personen zu illegalen Rabatten befragt worden sein, die Novartis Beamten und Ärzten angeboten haben soll. Der Suizidversuch einer griechischen Führungskraft von Novartis in Athen sorgte für zusätzliche Aufmerksamkeit im Zusammenhang mit der Korruptionsaffäre.

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Novartis teilte auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP mit:

Die Medienberichte über unsere Geschäftspraktiken in Griechenland sind uns bekannt und wir suchen aktiv nach weiteren Informationen.

Man kooperiere vollumfänglich mit den lokalen und ausländischen Behörden bezüglich deren Anfragen. Gegen Novartis liefen bereits in mehreren Ländern Untersuchungen wegen Korruption, so 2014 in den USA sowie im vergangenen Jahr in der Türkei und in Südkorea. Dokumentiert ist unter anderem ein Fall aus dem Jahr 2010 in den Vereinigten Staaten. Damals zahlte Novartis 422,5 Millionen US-Dollar an Strafe.

Ehemalige Novartis-Mitarbeiter hatten als Whistleblower vor Gericht bestätigt, dass die Novartis Pharmaceuticals Corporation, ein US-amerikanisches Tochterunternehmen, durch Bestechungszahlungen an Beschäftigte im Gesundheitswesen versucht hatte, die Verschreibung bestimmter Medikamente zu fördern.

Bereits im März 2012 wurde publik, dass Novartis Ärzte in Deutschland dazu gebracht hatte, geheime Patientendaten zu kopieren und einem Berater, der von dem Unternehmen bezahlt wurde, zu übergeben. Der Berater wertete die Daten aus und gab den Ärzten anschließend Tipps, wie diese ihre Kosten senken könnten. 

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