US-Wirtschaftsanalyst: USA rutschen 2017 in Rezession und ziehen Exportnationen wie Deutschland mit

US-Wirtschaftsanalyst: USA rutschen 2017 in Rezession und ziehen Exportnationen wie Deutschland mit
Downtown Detroit...
Der Wirtschaftsanalysedienst Mauldin Economics teilt den Optimismus vieler US-Bürger hinsichtlich der ökonomischen Entwicklung nicht. Längerfristige Fehlentwicklungen, auf die auch Donald Trump wenig Einfluss hat, hätten den Boden für eine Rezession bereitet, in deren Sog insbesondere Exportnationen wie Deutschland geraten werden.

Während ein erheblicher Teil der US-amerikanischen Bevölkerung nach dem Wahlsieg der Unternehmerlegende Donald J. Trump mit spürbaren Impulsen für die US-Wirtschaft rechnet, stapelt der Wirtschaftsanalyst John Mauldin, Gründer des Investoren-Infodienstes Mauldin Economics, tief.

Er ist der Überzeugung, dass auf Grund von Trends und Entwicklungen, die sich bereits seit längerer Zeit abzeichnen, bereits im Jahr 2017 den USA eine zyklische Rezession bevorstehen könnte – und diese Entwicklung auch andere exportorientierte Länder in negativer Weise beeinflussen könnte.

Mauldin argumentiert, dass die große Finanzkrise von 2008 die Exportnationen schwächer gemacht habe. Sie seien instabiler geworden, da auf Grund der damaligen Wirtschaftsentwicklung die Nachfrage nach Importen in die USA und die EU zurückgegangen sei. Diese Situation habe noch keine grundlegende Änderung erfahren.

Im Jahr 2017 werde es zu einer gegenläufigen Entwicklung zwischen Ländern kommen, die im Wesentlichen in der Lage sind, ihren Bedarf selbst zu decken, und jenen, die stark vom Export abhängen. Neben Saudi-Arabien, der Russischen Föderation und China wird Mauldin zufolge auch Deutschland spätestens im kommenden Jahr durch sinkende Exporterlöse auf Grund sinkender Nachfrage belastet sein.

Vor allem ein Rückgang der Nachfrage aus den USA wird sich auf China und Deutschland auswirken, die beide in erheblichem Umfang zur Stabilität der Weltwirtschaft beitragen. Im Jahr 2015 gingen UN Comtrade zufolge 9,5 Prozent aller deutschen Exporte in die USA, zumeist Maschinen, Kraftfahrzeuge und pharmazeutische Produkte.

Im Oktober 2016 verzeichnete das US Census Bureau, das Statistikamt der USA in Maryland, einen Rückgang der Importe aus Deutschland um nicht weniger als 18 Prozent gemessen am Vergleichszeitraum des Vorjahres. Für die Zeit von Januar bis Oktober 2016 betrug der Rückgang insgesamt 8,5 Prozent im Jahresvergleich.

Auch in deutschen Regierungspublikationen war im Juli die Rede von einem zehnprozentigen Rückgang der Exporte, der nicht nur auf die Russland-Sanktionen, sondern auch auf eine sinkende Nachfrage zurückzuführen war. Da sich auch das Wirtschaftswachstum im Europa insgesamt verlangsamte, habe sich das auf deutsche Unternehmen zusätzlich negativ ausgewirkt.

Euro, Dollar, Rembini - auch der Währungsmarkt steht vor tiefgreifenden Veränderungen.

China war vom US-amerikanischen Nachfragerückgang noch stärker betroffen, weil insgesamt 18 Prozent der Exporte des Landes in die USA gehen. Insgesamt fragten US-amerikanische Kunden im Juli des Vorjahres um vier Prozent weniger an chinesischen Gütern und Dienstleistungen nach als noch im Jahr 2015.

Eine Rezession in den USA könnte den Schrumpfungsprozess in der Nachfrage zu Lasten Deutschlands und der Volksrepublik weiter verstärken. Ein Alarmsignal in diesem Zusammenhang wären, so heißt es bei Mauldin, steigende Preise für mehrere Produktgruppen, die auf einen Rückgang im Angebot schließen lassen.

Der Wirtschaftsdienst ortet die Hauptprobleme, die eine nachhaltige Gesundung der US-Konjunktur verhindern, unter anderem in der negativen demografischen Entwicklung, in einer Stagnation im Bereich der Arbeitsproduktivität und in einer sich verschärfenden Bildungsmisere.

Zu viele junge Menschen drängen an Hochschulen, ohne dort marktrelevante Ausbildungen zu erhalten, während gleichzeitig die Ausbildungsqualität in den produktiven Bereichen leide. Während es im Dienstleistungsbereich und insbesondere in der Internet-affinen Wirtschaft zu Innovationsschüben gekommen sei, schlage sich diese Entwicklung nicht in der Wertschöpfung nieder.