Präsident Putin: Die russische Wirtschaft kehrt auf Wachstumskurs zurück

Präsident Putin: Die russische Wirtschaft kehrt auf Wachstumskurs zurück
Die Effekte der Wirtschaftskrise verlangsamen sich, Kapitalflucht ist rückläufig und Reallöhne erholen sich, hat der russische Präsident Wladimir Putin während seiner alljährlichen Fernsehnachrichtenkonferenz zur Wirtschaftslage Russlands erklärt.

„Ein positiver Trend hat sich eingestellt. In den vergangenen Monaten beobachteten wir ein bescheidenen, aber bemerkenswerten Wachstum der Reallöhne im produktiven Sektor der Wirtschaft“, bemerkte Putin.

Die russische Wirtschaft werde dieses Jahr nur zwischen 0,5 und 0,6 Prozent nachgeben. Dieser Wert liegt weiter unter vorherigen Prognosen Moskaus, die von einem Prozent Einbruch sprachen, sagte das russische Staatsoberhaupt.

Große Aufmerksamkeit widmete Putin der weltweit führenden heimischen Getreideernte von über 119 Millionen Tonnen dieses Jahr. Damit könnte die Landwirtschaft Russlands im Vorjahresvergleich um weitere vier Prozent wachsen.

Die Inflationsrate in der Föderation könnte dieses Jahr auf 5,5 Prozent abflauen, wird erwartet. Die russische Zentralbank prognostiziert für Ende 2017, dass die Inflationsrate bis dahin auf vier Prozent sinkt.

Das aktuelle Haushaltsdefizit von 3,7 Prozent ist angesichts des Nettokapitalabflusses von bis zu 17 Milliarden US-Dollar „absolut akzeptabel“, führte das russische Staatsoberhaupt an. Russland hegt nicht die Absicht, sich von der Welt zu isolieren, fügte er hinzu. Vielmehr sollte Moskau wieder Teil der globalen Wirtschaft sein.

Der Fall des internationalen Erdölpreises und die Rubelkrise dämpfte die Wirtschaftsentwicklung Russlands in den letzten Jahren, einem der weltgrößten Energieexporteure. Die Entwicklung drückte Russland in die längste Rezession seit zwei Jahrzehnten.

Ein gemeinsamer russisch-japanischer Entwicklungsfonds soll unter anderem Investitionen im fernen Osten der Russischen Föderation erleichtern.

Angesichts des Umstandes, dass 38 Prozent der Haushaltseinnahmen aus dem Handel mit Energie kommen, setzte Moskau für die Jahre 2017 bis 2019 Haushaltspläne auf Basis von durchschnittlichen 40 US-Dollar je Barrel auf. Die russische Erdölsorte Ural Export wird mittlerweile bei 50 US-Dollar je Fass gehandelt, seitdem sich Russland mit dem Ölkartell OPEC darauf einigte, seine Produktion zu drosseln.

Sollte der Ölpreis auf diesem Niveau bleiben, wird Moskau auf zusätzliche 16 Milliarden US-Dollar zurückgreifen können. Diese werden verwendet, um die bisher beanspruchten Reserven wieder aufzufüllen, informierte der russische Finanzminister Anton Siluanow.