Japan: Kosten für Fukushima-Desaster verdoppeln sich auf fast 200 Milliarden US-Dollar

Japan: Kosten für Fukushima-Desaster verdoppeln sich auf fast 200 Milliarden US-Dollar
Nach dem Atomunfall infolge der Tsunamikatastrophe vom März 2011 in Fukushima entwickeln sich die Folgekosten in einem Ausmaß, das weit über die ursprünglichen Annahmen hinausreicht.
Die Kosten, die aus dem Atomunfall in Fukushima 2011 resultieren, sind nach Angaben der japanischen Regierung auf 188 Milliarden US-Dollar gestiegen. Tokio rechnete anfänglich mit der Hälfte. Nun wird es auch für den Verbraucher teuer.

Die in einem unvorhergesehenen Ausmaß ansteigenden Kosten belasten das Energieversorgungsunternehmen TEPCO und andere Anbieter, die noch dazu vonseiten Tokios dazu aufgefordert sind, Umstrukturierungen und Reformen durchzuführen. Am Ende könnte der Endverbraucher die Zeche zahlen. Die unweigerlich auf sie zukommenden Verbindlichkeiten könnten die Versorger dazu verleiten, höhere Leistungsrechnungen an ihre Kunden zu stellen.

Ein Mitarbeiter von Tepco bei der Arbeit in Fukushima

Im März 2011 erschütterte ein unterseeisches Erdbeben der Stärke neun die Gewässer vor der Ostküste Japans. Das Erdbeben löste einen tödlichen Tsunami aus. Die Überschwemmungen führten schließlich auch zum Ausfall von Kühlsystemen in einem Atomkraftwerk von TEPCO in Fukushima. In drei Atomreaktoren kam es zu einer Kernschmelze, was das Gebiet um die Stadt weitflächig verseuchen sollte.

Beamte erklärten, dass es bis zur vollständigen Stilllegung der zerstörten Reaktoren in Fukushima noch mehrere Jahrzehnte dauern wird. Die Kosten dafür werden inzwischen auf 70 Milliarden US-Dollar geschätzt. Das entspricht dem vierfachen Wert dessen, was 2011 berechnet wurde.

Auch für TEPCO sind die anstehenden Kosten im Zusammenhang mit Fukushima um das Doppelte gestiegen. Die Rechnung des Unternehmens beläuft sich auf 138 Milliarden US-Dollar. Anfänglich war man von einem Gesamtaufwand in Höhe von 63 Milliarden US-Dollar ausgegangen. Andere Dienstleister werden voraussichtlich 32 Milliarden US-Dollar zum Wiederaufbau Fukushimas beisteuern müssen.

Für den Moment erwarten wir nicht, dass die Kosten weiter steigen, aber neue Entwicklungen und unvorhergesehene Faktoren bedeuten, dass es die Möglichkeit gibt, dass dies der Fall sein wird", sagte Japans Wirtschaftsminister Hiroshige Seko.

Tokio leitete zugunsten von TEPCO eine staatliche Rettungsaktion ein, um dem Unternehmen hinsichtlich seiner steigenden Kosten auszuhelfen. Am Donnerstag einigten sich die japanische Regierung und der Energieversorger darauf, zusätzliche Hilfszahlungen von 44 Milliarden US-Dollar zu den eigentlich vorgesehenen 79 Milliarden US-Dollar auszuzahlen.

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