Israelische Kriegsschiffe, hergestellt aus Feindeshand

Israelische Kriegsschiffe, hergestellt aus Feindeshand
Israels Premier Benjamin Netanyahu und Verteidigungsminister Moshe Yaalon sitzen vor M302-Raketen auf einem Klos C-Schiff in der Flottenbasis Eilat, 10. März 2014.
Wie nun bekannt wurde, zahlt Israel mit der Orderung von Kriegsschiffen aus Deutschland an Feinde in den Vereinigten Arabischen Emiraten, dem Libanon und Iran. Ein Drittel der Anschaffungskosten von 430 Millionen Euro will Deutschland übernehmen.

von Olga Banach

Benjamin Netanjahu auf der

Vier Kriegsschiffe vom Typ „Saar-6“ will Israel aus deutscher Hand erwerben. Dass aber hierdurch ein Handel mit Israels politischen Feinden Vereinte Arabische Emirate, Libanon und Iran zustande kommt, ist neu. Im Jahr 2015 beschlossen Israel und die deutsche Firma ThyssenKrupp den Handel. Kosten: 430 Millionen Euro.

Auch die deutsche Regierung ist in den Handel involviert und zahlt 115 Millionen Euro der Herstellungskosten. ThyssenKrupp verpflichtete sich auch zum Kauf israelischer Produkte in Höhe von 169 Millionen Dollar.

Thyssen Krupp aber machte ein Subunternehmen für den Bau verantwortlich. Das Unternehmen „Naval Yards Kiel“ wurde im Jahr 2011 an die Firma „Abu Dhabi MAR“ verkauft, deren Besitzer Iskandar Safa wiederum ein französischer Geschäftsmann libanesischer Herkunft ist.

Seine in Beirut gelegene Firma „Privinvest Shipbuilding Group“ besitzt 30 Prozent der Anteile von MAR, während die in Abu Dhabi ansässige Al Ain International Group 70 Prozent besitzt. Auch die Iraner haben Anteile an ThyssenKrupp. Entgegen der Pressemitteilungen ist der Anteil aber recht gering. Sind es heute nur noch 4,5 Prozent, waren es vor Jahren 25 Prozent. Bis unter der Regierung des amerikanischen Präsidenten Clinton ThyssenKrupp dazu gedrängt wurde, Anteile von den Iranern zu erwerben und diese aus dem Management-Team zu drängen. 

Zwischen Israel und seinem arabischen Nachbarn Libanon herrscht eine diplomatische Eiszeit. Israel behauptete, dass der Iran die Hizbollah Libanons über kommerzielle Flüge mit Waffen versorge. Die iranische Regierung äußerte sich im Gegenzug, dass die Anschuldigungen absurd seien und nur dazu dienen würden, von den kriminellen Machenschaften des Landes gegen die Palästinenser abzulenken.

Der israelische Premier Benjamin Netanyahu, umringt von Bodyguards auf der Tel-Nof-Airbase. Im Hintergrund steht eine Heron-TP-Drohne, August 2016.

Die Bekanntgabe klassifizierter Militärinformationen durch den Bau der Schiffe von Feindeshand ist laut dem israelischen Verteidigungsminister Avigdor Liberman unbegründet, da alle internen Computer- und Verteidigungssysteme in Israel installiert werden. 

Auch hatte Israel mit Vertretern der deutschen Regierung abgestimmt, dass keine klassifizierten Informationen des Projektes an unautorisierte Personen weitergegeben werden würden. Israel testet derzeit, welche Art von Drohnen von den Kriegsschiffen aus starten und landen können. Israel besitzt bereits das Vorgängermodell „Saar-5“. Diese dienen derzeit als Testobjekte, um Modifizierungen an den georderten neuen Modellen vorzunehmen. Anfang 2019 soll die erste „Saar-6“ angeliefert werden. Es wird 6 Monate bis 1 Jahr dauern, um die Korvetten mit den notwendigen Radaren, Sensoren und Waffen auszuschmücken.

Die „Saar-6“ sollen Israels Gasfelder im Mittelmeer sichern. 2010 wurde eine neue Gasquelle im Mittelmeer entdeckt. Das natürliche Gasfeld, das „Leviathan“ getauft wurde, soll spätestens 2019 angezapft werden. Doch bleibt die Finanzierung, mit 5 Billionen Dollar, ungeklärt.

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