Ölpreis zieht deutlich an – OPEC einigt sich auf Fördergrenzen

Ölpreis zieht deutlich an – OPEC einigt sich auf Fördergrenzen
Symbolbild
Optimistische Töne vom OPEC-Treffen in Wien ließen die Preise an den Ölmärkten am Mittwoch deutlich in die Höhe schnellen. Die Delegierten und Ölminister der Mitgliedsstaaten sind optimistisch, sich auf eine Drosselung des Angebots einigen zu können.

Einen Sprung um gleich sieben Prozent hat der Ölpreis am heutigen Mittwoch auf den Weltmärkten hingelegt. Grund für diese Entwicklung sind optimistische Töne, die aus der Organisation Erdöl exportierender Staaten (OPEC) zu vernehmen waren.

Deren Minister und Delegierte tagen zur Stunde im Wiener Luxushotel Park Hyatt. Die Mitgliedsstaaten streben eine Einigung über ein koordiniertes Vorgehen mit Blick auf den künftigen Ölausstoß an. Ziel ist es, die anhaltend niedrigen Preise auf den übersättigten Märkten anzuheben. Obwohl es im Detail noch Unstimmigkeiten gibt, erwarten führende Experten des Kartells, dass es zu einer Einigung kommen wird.

"Es wird heute eine Einigung geben", erklärte ein irakischer Delegierter, als er den Tagungsort betrat. Auch der iranische Ölminister Bijan Zanganeh zeigte sich optimistisch. Er fügte hinzu, dass es noch keine Anfrage an den Iran gegeben habe, seinen Ausstoß zu senken.

Bereits im September hatten die Mitgliedsländer des Kartells einen Vorvertrag geschlossen, der darauf abzielte, den derzeitigen Ausstoß in Höhe von 33,64 Millionen Barrel pro Tag (bpd) auf zwischen 32,5 und 33 Millionen zu drosseln. Seit 2014 hat sich der Ölpreis auf den Ölmärkten mehr als halbiert.

Derzeit soll um die exakte Höhe der Drosselung gefeilscht werden. Reuters zufolge habe sich Iran mit der Forderung an die OPEC gewandt, Saudi-Arabien zur Drosselung der Produktion um mindestens eine Millionen bpd zu bewegen, wesentlich mehr als Riad bis dato zu drosseln beabsichtigt.

Russland Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen mit dem Präsidenten des Iran,  Hassan Rouhani, auf einem Treffen der Erdgas fördernden Länder im November 2015.

In eigener Sache will Teheran die Produktion bei etwa vier Millionen bpd einfrieren, was etwa 200.000 bpd über dem derzeitigen Ausstoß liegt. Dies erklärten zwei OPEC-Delegierte gegenüber Bloomberg am Montag. Die Saudis wollen einen Förderstopp des Iran auf dem derzeitigen Stand von 3,707 Millionen bpd. Algerien, das als Vermittler auftritt, schlug einen iranischen Höchstausstoß von 3,795 Millionen bpd vor.

Die Russische Föderation als größter Ölproduzent außerhalb der OPEC nimmt nicht am Treffen in Wien teil. Sollte eine Vereinbarung erzielt werden können, würde sich das Land jedoch dieser Vereinbarung anschließen wollen. Russland förderte im Oktober 11,2 Millionen bpd, was dem höchsten Volumen seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion entsprach. Mehrere OPEC-Mitglieder hatten in den letzten Wochen ihrem Unmut darüber Ausdruck verliehen, dass Moskau eher dazu neigt, seine Fördermengen einzufrieren als diese zu drosseln.

Nachdem die Preise auf den Weltmärkten am Dienstag nachgegeben hatten, notierte Öl der Sorte Brent heute mit 49,85 US-Dollar mehr als drei Euro höher als am Vortag. Der US-amerikanische Benchmark-Index WTI lag bei 48,45 Dollar.

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