Brexit 2.0: Internationale Finanzmärkte brechen ein - Mexikanischer Peso verliert 13 Prozent

Brexit 2.0: Internationale Finanzmärkte brechen ein - Mexikanischer Peso verliert 13 Prozent
Nach dem "Brexit-Schock" nun auch der "Trump-Schock" auf den internationalen Finanzmärkten.
Der Wahlsieg des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump erschüttert die internationalen Finanzmärkte. Diese hatten auf die Demokratin Hillary Clinton gesetzt. Die internationalen Finanzmärkte erleben gefühlt ein zweites Brexit.

Aus Wirtschaftskreisen heißt es, dass sich Furcht vor dem Wahlergebnis in den USA breit macht. Der Republikaner Donald Trump hat die Wahl gegen seine demokratische Herausforderin Hillary Clinton gewonnen. "Es ist eine Menge Panik im Markt", kommentierte der Stratege des Wertpapierhändlers Banorte-IXE, Juan Carlos Alderete. Die Börsen-Experten von n-tv, Frank Meyer und Sabrina Marggraf, sprechen inzwischen von "Verunsicherung nach dem überraschenden Brexit-Votum der Briten im Sommer".

Der US-amerikanische Leitindex S&P 500 lag am Abend mit 4,5 Prozent im Minus. Einer der wichtigsten Aktienindizes Asiens, der Nikkei, verlor über fünf Prozent. Er stürzte auf 16.270 Punkte ab. Deutsche Finanzexperten erwarten, dass es der deutsche Leitindex DAX dem japanischen Kurs gleichtun und deutlich absacken wird. Unter Berufung auf vorbörsliche Plattformen berichtet das Handelsblatt, dass der DAX auf mindestens 10.000 Punkte abrutschen könne. Bei Handelsschluss am Dienstag hatte er leicht im Plus bei 10.482 Punkten notiert. Der Portfoliomanager vom Vermögensverwalter Kingsview Asset Management, Paul Nolte, sagte über den Grund für die gegenwärtige Marktentwicklung:

Niemand hat sich gegen einen Sieg von Trump abgesichert, daher versuchen die Leute jetzt, so schnell wie möglich auszusteigen.

"Die Wahl der Demokratin ist erhofft und erwartet, aber noch nicht eingepreist. Knapp 150 Tage nach dem Brexit sitzt dieser Schock noch tief", kommentierte zuvor Daniel Saurenz von Feingold Research im Gespräch mit n-tv.

Nicht entspannter sieht die Lage auf den Währungsmärkten aus. Der mögliche Sieg von Trump löst auch dort eine Achterbahnfahrt aus. Während der Euro um zwei Prozent gegenüber dem US-Dollar zulegte - er kam damit auf den Wert von 1,12 US-Dollar -, verlor der US-Dollar 3,5 Prozent gegenüber dem japanischen Yen.

Insbesondere die mexikanische Nationalwährung erreichte einen historischen Tiefstand. Zum US-Dollar gab sie um 13 Prozent nach. Zuvor war der Peso noch auf ein zweimonatiges Allzeithoch gestiegen.

Indes gab die mexikanische Zentralbank bekannt, dass sie am Mittwochmorgen eigens eine gemeinsame Konferenz mit dem Finanzministerium angesetzt habe, um mögliche finanzpolitische Maßnahmen zu diskutieren.

Über die Gründe für die Sorge Mexikos führt das Handelsblatt folgende Erklärung an:

Ein Wahlsieg Trumps könnte eine schwere Finanz- und Wirtschaftskrise in Mexiko auslösen.

Während des Wahlkampfes tat sich Trump wiederholt mit kritischen Aussagen gegenüber Mexiko hervor. Seinen Wählern versprach Trump, die USA mittels Zöllen und hohen Grenzmauern vom südlichen Nachbarstaat abzuschotten.

Auch der Goldpreis treibt nach dem sich anbahnenden Sieg von Donald Trump in die Höhe. In Asien stieg der Wert einer Feinunze um 5,4 Prozent auf 1.211 Euro.

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