Russische Erdöl-Förderung stellt neuen post-sowjetischen Rekord auf

Russische Erdöl-Förderung stellt neuen post-sowjetischen Rekord auf
Die durchschnittliche tägliche Rohöl-Produktion Russlands stieg um 0,1 Prozent auf 11,2 Millionen Barrel. Der Sektor brach im zweiten Monat in Folge seinen Rekord-Output aus sowjetischen Zeiten. Dies ergaben die Erhebungen aus dem Moskauer Energieministerium.

Russland förderte im Oktober insgesamt 47 Millionen Tonnen Rohöl. Das entspricht 3,9 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum vor einem Jahr.

Der Bericht des Energieministeriums ergab, dass wichtige Ölriesen Russlands ihre Produktion ausweiteten. So stieg die Produktion im Vergleich zum Vormonat beim größten Unternehmen Rosneft um 0,1 Prozent, bei Lukoil um 0,9 Prozent. Das kleinere Ölförderunternehmen Surgutneftegaz senkte seine Produktion hingegen um 0,3 Prozent, was in der allgemeinen Statestik nicht sonderlich viel Gewicht hat.

Die Produktion konnte aufgrund neuer erfolgreicher Bohrungen ermöglicht werden. Die Ölgesellschaften nutzen den schwachen Rubel, um sich höhere Einnahmen zu sichern. Die Unternehmen werden in der Regel international in US-Dollar ausgezahlt, während die inländischen Betriebskosten in Rubel bezahlt werden.

„Das Bohrtempo wurde beibehalten. Rosneft kurbelte seine Arbeiten auf den Ölfeldern Samotlor und Yugansk deutlich an“, sagte Waleri Nesterow, Analyst beim Finanzhaus Sberbank CIB.

Der Finanzexperte betonte, dass die Regierung in Moskau wegen der anhaltenden und zeitweilig stockenden Verhandlungen mit anderen Top-Energieproduzenten der OPEC in eine Zwangslage geriet. Über Monate diskutiert Russland allen voran mit Saudi-Arabien über die Kappung des Erdöl-Outputs, was mittelfristig den Ölmarkt verschlankt und die Preise wieder in die Höhe treibt.

Das Moskauer Energieministerium rechnet für das nächste Jahr mit einer täglichen Rohöl-Produktion von 11 Millionen Barrel und insgesamt 548 Millionen Tonnen, sobald die ersten neuen Ölfelder erschlossen wurden.

Analyst Nesterow sieht für Russland in den kommenden Jahren noch großes Wachstumspotenzial. Seiner Meinung nach wird der russische Erdöl-Markt bis 2019 auf eine jährliche Produktionsrate von 575 Millionen Tonnen ansteigen. Das machen nicht zuletzt umfangreiche Investitionen möglich, die noch vor Beschluss westlicher Sanktionen 2014 gegen Russland getätigt wurden.

 

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