Russland und Türkei erwägen Freihandelsabkommen bis 2017

Russland und Türkei erwägen Freihandelsabkommen bis 2017
Ankara erwägt im kommenden Jahr den Abschluss eines Freihandelsabkommens mit Russland. Das teilte der türkische Handelsminister der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti mit. Beide Staaten wollen ihr Handelsvolumen auf 100 Milliarden US-Dollar in den kommenden Jahren ankurbeln.

Die zwei Länder wollen ihre Handels- und Wirtschaftsbeziehungen nach einem Disput über den Abschuss eines russischen Bombers vom Typ Su-24 im November 2015 wieder forciert ausbauen.

Russland und die Türkei wollen ins Stocken geratene Energieprojekte wiederbeleben und den bilateralen Handel mit einer Vielzahl an Abkommen beflügeln. Für Ende 2017 sind sogar Gespräche über die Schaffung einer gemeinsamen Freihandelszone angedacht.

"In Anbetracht des Prozesses der Normalisierung in unseren Beziehungen zu Russland und der Möglichkeit der Unterzeichnung eines Freihandelsabkommens im Jahr 2017 erwarten wir ein Wachstum in allen Bereichen der Wirtschaft und des Handels", sagte der Minister.

Moskau und Ankara verhandeln unterdessen über die Abwicklung des bilateralen Handels in den nationalen Währungen beider Staaten. „Das wird den gegenseitigen Handeln sichern und erweitern“, sagte Tüfenkci.

Nach Angaben des Ministers ist Russland trotz turbulenter politischer Beziehungen im Rahmen des syrischen Bürgerkrieges nach wie vor der wichtigste Handelspartner der Türkei. Dabei sei Russlands Entscheidung, das Verbot für Obstimporte aus der Türkei aufzuheben ein sehr wichtiger Schritt bei der Wiederherstellung der Beziehungen gewesen.

Im Zuge des Abschusses des russischen Bombers im türkisch-syrischen Grenzgebiet verhängte Moskau Sanktionen gegen türkische Waren, Obst- und Gemüseexporte, aber auch Reise- und Visa-Beschränkungen. Als Folge schrumpfte der zwischenstaatliche Handel um 25 Prozent auf 23 Milliarden US-Dollar.

Die Befreiung Mossuls vom

Im vergangenen Monat hob Moskau teilweise das Verbot für Obstimporte aus der Türkei auf. Orangen, Mandarinen, Aprikosen, Pfirsische, Pflaumen und andere Früchte dürfen wieder eingeführt werden. Trauben, Äpfel, Birnen, Erdbeeren sowie Gemüse und Geflügel dürfen vorerst nicht von der Türkei nach Russland exportiert werden. Für diese Waren steht noch eine Inspektion der russischen Landwirtschaftsbehörde aus, die türkischen Exporteuren voraussichtlich grünes Licht geben wird.

Laut Tüfenkci ist die türkische Regierung bereit, zusätzliche Handelsstrategien mit Russland einzuführen, sollten sie dazu führen, dass das Handelsvolumen zwischen beiden Staaten auf 100 Milliarden US-Dollar steigt.

Außerdem arbeiten Russland und die Türkei gegenwärtig eng bei der Lösung des syrischen Konflikts zusammen. Erst am Dienstag besuchte der türkische Generalstabschef Hulusi Akar und Geheimdienstchef Hakan Fidan Moskau, um sich mit russischen Militärs und Sicherheitsvertretern über die Entwicklungen in Aleppo und den Kampf gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ auszutauschen.