Russlands EU-Botschafter warnt vor einer neuen Gaskrise in Europa

Russlands EU-Botschafter warnt vor einer neuen Gaskrise in Europa
Russlands EU-Botschafter warnt vor einer neuen Gaskrise in Europa
Der ständige Vertreter Russlands bei der Europäischen Union, Wladimir Tschischow, sieht Anzeichen für eine mögliche Zuspitzung der Gaskrise zwischen Moskau, Kiew und Brüssel.

Selbst im Fall eines milden Winters werde die Ukraine die Transitpipeline nach Europa anzapfen müssen, warnt der Diplomat. Immerhin habe die Ukraine viel weniger Brennstoff in ihre unterirdischen Speicher gepumpt, als das Land tatsächlich brauche.

„Damit alles in Ordnung ist, wird ein Voranschlag gemacht, wie viel Gas innerhalb der Sommersaison in die Speicher gepumpt werden soll. Ich werde nun hier keine genauen Zahlen anführen, aber ich weiß Bescheid, dass die gepumpte Menge stark unterhalb des erforderlichen Minimums liegt. Folgerichtig wird die Ukraine auf diese unterirdischen Gasspeicher nicht zugreifen können, wie sie das im vorigen Winter getan hat. Dabei weise ich darauf hin, dass die Ukraine seit November 2015 kein Gas mehr ankauft“, sagte Wladimir Tschischow. 

LNG-Tankschiff in einem asiatischen Hafen

Der russische Botschafter in der EU erinnerte daran, dass der vorige Winter in Europa relativ warm gewesen war und die Führung in Kiew verschont hatte.

„Wie der Winter in diesem Jahr ausfallen wird, will ich nicht vorhersagen. Aber selbst wenn er mäßig sein sollte, könnte es sowieso zu Problemen kommen. Unsere Erfahrungen in den Gasgeschäften mit der Führung in Kiew zeigen, dass der leichteste Weg für sie ist, die nach Europa führende Transitpipeline anzuzapfen. In diesem Fall wird es zu einer weiteren Gaskrise kommen“, erklärte Wladimir Tschischow.

Vor einer Woche hatte der Pressesprecher des Betreiberunternehmens des ukrainischen Gasleitungsnetzes „Ukrtranshas“, Maxim Biljawski, bekanntgegeben, dass die unterirdischen Speicher zu 48 Prozent voll seien. Das entspreche einer Menge von 14,7 Milliarden Kubikmeter Gas. Der Vorstandsvorsitzende des ukrainischen Energiekonzerns „Naftohas Ukrajiny“, Andrei Kobolew, hatte gesagt, dass es nicht zweckmäßig sei, die zu pumpende Menge an Gas nach oben zu revidieren.

Der russische Energieminister, Alexander Nowak, erklärte dagegen, dass sich Kiew nicht genug mit Gas eingedeckt habe und zusätzlich zwei Milliarden Kubikmeter kaufen müsse, um den Winter normal überstehen zu können.