Isfahan für 80.000 Dollar - Amerikanische Luxusreisen in den Iran

Isfahan für 80.000 Dollar - Amerikanische Luxusreisen in den Iran
Das Ende der Sanktionen und die Wahl des Reformers Ruhani zum Präsidenten bewirken auch im Tourismus ein Tauwetter zwischen zwei Erzfeinden: Ein amerikanischer Privatjetanbieter hat angekündigt, Luxusreisen in den Iran in sein Programm aufzunehmen.

Von Olga Banach

Der Luxusreiseveranstalter "TCS Weltreisen" wirbt damit, in Privatflugzeugen ungewöhnliche Reisen zu legendären Plätzen anzubieten. Auf der Suche nach neuen unentdeckten Schätzen der Welt hat die Firma nun den Iran für sich entdeckt. Für rund 80.000 US-Dollar pro Person und maximal 50 Gäste an Bord hat das Unternehmen nun auch Reisen mit in sein Portfolio aufgenommen, die einen Aufenthalt im iranischen Isfahan beinhalten.

Lassen Sie die gewöhnlichen Pfade hinter sich und begeben Sie sich auf eine außergewöhnliche Reise durch Europa, Zentralasien und den Mittleren Osten", heißt es da in einer Werbebotschaft. "Wandern Sie im Schatten vergessener Weltreiche die Oasen der Seidenstraße von Merv in Turkmenistan entlang, die einst Europa und Afrika mit dem Fernen Osten verband, und lassen Sie sich von der persisch-islamischen Architektur der iranischen Stadt Isfahan beeindrucken."

TCS weist darauf hin, dass gerade mal 1500 amerikanische Gäste pro Jahr in den Iran reisen und ein Aufenthalt deshalb sehr ungewöhnlich und exklusiv sei.

Isfahan ist eine historische Stadt und liegt 400 Kilometer von Teheran entfernt. Vielen mag der Name Isfahan aus Noah Gordons Buch "Der Medicus" geläufig sein.

Ein persisches Sprichwort besagt:

Wenn du Isfahan bereist hast, hast du die halbe Welt gesehen.

Und tatsächlich gestaltet sich ein Spaziergang durch Isfahan wie der Gang durch ein Museum. Die gut erhaltenen Artefakte aus der langen multikulturellen Geschichte des Landes lassen zurückblicken in die glorreiche Vergangenheit des Persischen Reiches. Der Iran verfügt über insgesamt 19 Weltkulturerbe-Stätten. Zwei davon befinden sich in der Stadt Isfahan: der Platz des Imams und die Jame-Moschee.

Russland Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen mit dem Präsidenten des Iran,  Hassan Rouhani, auf einem Treffen der Erdgas fördernden Länder im November 2015.

Der Imam-Platz befindet sich im Zentrum Isfahans und war einst das kulturelle Zentrum der Stadt. Abbas der Erste begann mit dessen Errichtung und Ausgestaltung um 1611. Ursprünglich hieß der Platz "Naqsch-e Dschahan" (Entwurf der Welt). Später wurde er in "Königsplatz" und nach der Islamischen Revolution – zu Ehren Ayatollah Khomeinis - in "Platz des Imams" umbenannt. Zweistöckige Gebäude umrahmen das fast neun Hektar große Areal. In diesen befinden sich Basare, Restaurants und Moscheen. Der Schah Persiens hatte auf dem Platz einst Pferderennen veranstaltet.

Die Teilnehmer der Luxusreise sollen im renommierten Abbasi-Hotel residieren. Bei diesem handelt es sich um einen imposanten Palast, der bereits seit 300 Jahren Gäste beherbergt und heute der iranischen Regierung gehört. Touristen, die bereits dort genächtigt haben, bemerken kritisch, dass man dies auch anhand des weniger serviceorientierten Tons vonseiten der Angestellten bemerke.

Die strengen Hüter der öffentlichen Moral im Land entfalten ihre Politik unterdessen auch im romantischen Garten des Innenhofes, was Besucher, die dort verweilen, an der Kleidung der weiblichen Angestellten beobachten können. Diese halten auch bei über 30 Grad in der am Rande der Salzwüste gelegenen Stadt strikt die islamische Kleiderordnung ein und eine Tafel erinnert daran, dass das Kopftuch wie eine Muschel ist, das die weibliche Perle gut behütet.

Die iranische Regierung hofft, mit dem Ende der Sanktionen auch den Tourismus im Land wieder ankurbeln zu können. Die Wahl des als gemäßigt geltenden Hassan Ruhani zum Präsident 2013 hat auch dazu beigetragen, dass der Fremdenverkehr im Iran wieder Impulse verzeichnen kann. Für die iranische Regierung bietet der Tourismus eine Hoffnung, erfolgreich gegen die nach wie vor hohe Arbeitslosigkeit im Land ankämpfen zu können.