Weltbank räumt ein: Freihandel führt zu Einkommensungleichheit

Weltbank räumt ein: Freihandel führt zu Einkommensungleichheit
Der Ausbau von Freihandel hat keinen positiven Einfluss auf entwickelte Volkswirtschaften. Das geht aus einem Weltbank-Dokument hervor, das vom Nachrichtennetzwerk BBC zitiert wird.

Laut eines internen Memos der in Washington ansässigen internationalen Organisation, das vom britischen Sender eingesehen wurde, führten die Nebenwirkungen des Freihandels „womöglich zur steigenden Lohnungleichheit“.

Das Weltbank-Dokument gibt an, dass „der Handel eine wichtige Rolle bei der Schaffung von Arbeitsplätzen spielt“. Er informiert allerdings auch über seine negativen Auswirkungen.

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„Die jüngsten Erkenntnisse aus den USA deuten darauf hin, dass Anpassungskosten in Sektoren, die dem chinesischen Markt ausgesetzt sind, höher sind, als zuvor angenommen. Der Handel kann zu steigender Ungleichheit des Einkommens beigetragen haben“, geht aus dem Report hervor.

„In Anbetracht von Gesamteffizienzgewinne müssen die Verschiebungseffekte des Handels in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften durch ein stärkeres Sicherheitsnetz und flexible Arbeitsmärkte angegangen werden“, heißt es.

Der Weltbank-Präsident Jim Yong Kim erklärte in diesem Zusammenhang im Interview mit dem BBC, warum Arbeitnehmer in westlichen Staaten so unzufrieden mit dem Prinzip des Freihandels sind:

„Ich höre sie immer sagen: ‚Mir geht es nicht besser als meinen Eltern. Und das Leben meiner Kinder scheint sich auch nicht besser zu entwickeln als mein Leben.‘“

„Es gibt ein echtes Problem, aber die Lösung ist ein robustes Programm zur sozialen Absicherung, so dass die Menschen auf ein Auffangnetz setzen können. Dann muss sichergestellt werden, dass die Menschen die Fähigkeiten für die Arbeitsplätze der Zukunft erlenen“, fügte er hinzu.

Diesen Juni veröffentlichte die Boston Counsulting Gruppe ihren alljährlichen globalen Reichtumsreport. Aus dem lässt sich eine besorgniserregende Entwicklung im Rahmen der weltweiten Einkommensgerechtigkeit herauslesen. Demnach werden Millionäre bis 2020 mehr als die Hälfte des weltweiten Reichtums unter sich aufteilen. Insbesondere Menschen mit einem Besitz von mindestens 20 Millionen US-Dollar in den USA kommen voraussichtlich 2020 auf 29 Prozent aller Besitzverwerte der Vereinigten Staaten. 2010 kursierte er noch bei 20 Prozent.