Baosteel kauft Wuhan: Nach Fusion in China entsteht weltweit zweitgrößter Stahlproduzent

Mit der Übernahme der Wuhan Eisen&Stahl Gruppe möchte der chinesische Stahlkonzern Baosteel einen neuen effizienten Player auf dem hart umkämpften Weltmarkt schaffen, der zuletzt stark unter volatilen Preisen zu leiden hatte.
Mit der Übernahme der Wuhan Eisen&Stahl Gruppe möchte der chinesische Stahlkonzern Baosteel einen neuen effizienten Player auf dem hart umkämpften Weltmarkt schaffen, der zuletzt stark unter volatilen Preisen zu leiden hatte.
Die zwei größten Stahlunternehmen Chinas haben Fusionspläne bekanntgegeben, um zum weltweit zweitgrößten Stahlhersteller aufzusteigen. In Zeiten globalen Überangebots auf dem hart umkämpften Markt soll dieser Schritt die Effizienz steigern.

Die Entwicklungen auf dem Energiemarkt und politische Spannungen machen Europa zu einem instabileren Markt für russisches Erdgas. Aus diesem Grund will die Gazprom ihre Geschäftsbeziehungen nach China mit noch höherem Tempo forcieren.

Der Konzern Baosteel möchte seinen Konkurrenten, die Wuhan Eisen&Stahl Gruppe, aufkaufen. Medien berichten, dass beide Unternehmen zusammen auf eine Gesamtproduktion von 60 Millionen Tonnen Stahl im Jahr kommen könnten.

Die Zusammenschluss-Pläne der chinesischen Stahlriesen wurden erstmals im Juni publik. Sie können als Teil eines ambitionierten Bestrebens chinesischer Wirtschaftslenkungsbehörden gesehen werden, die nationale Stahlindustrie des Landes im Angesicht einer anhaltend volatilen Preisentwicklung auf dem Weltmarkt zu konsolidieren. Eine offizielle Bewilligung der Fusionspläne durch Peking steht noch aus.

Die Regierung bemüht sich, angebotsseitige Reformen durchzusetzen. Entsprechend wird es in Peking auch ein Konzept geben für eine neue Runde von Fusionen und Übernahmen", sagte Hu Yanping, Analyst des Industrie-Nachrichtenportals custeel.com im Gespräch mit Reuters.

Nach Ansicht von Experten wird das verlustreiche Geschäft von Wuhan den zweitgrößten chinesischen Stahlhersteller Baosteel im Integrationsprozess vor eine anspruchsvolle Herausforderung stellen.

Baosteel ist ein profitables Unternehmen, während Wuhan stark verschuldet ist und jemanden braucht, der es retten kann", erklärte Richard Lu, Analyst des Pekinger Beratungsunternehmens CRU.

Der Zusammenschluss werde nicht notwendigerweise zur Begrenzung der Leistungskapazität führen, da beide Unternehmen kürzlich in neue Herstellungsanlagen investierten und ineffiziente schlossen, argumentieren Wirtschaftsanalysten. Nichtsdestotrotz könne die Fusion der Stahlhersteller zu einem langen und komplexen Prozess werden.

Unter dem Dach der beiden Unternehmensgruppen finden sich viele kleinere Unternehmen wieder. Es wird eine lange Zeit in Anspruch nehmen, um zu entscheiden, welche Unternehmen verkauft oder behalten werden. Dies könnte kostspielig werden", zitierte die Financial Times Xu Zhongbo, einen Analysten bei Peking Metals Consulting.

In den vergangenen Monaten hatten Wirtschaftsexperten die Regierung der Volksrepublik China kritisiert, nicht genug zu tun, um das Problem der Überkapazitäten in der Stahlindustrie zu bewältigen. Ihre diesbezügliche Untätigkeit habe entscheidend zum Einbruch des globalen Stahlpreises beigetragen.