Russland und Saudi-Arabien wollen gemeinsam den Erdölmarkt stabilisieren

Die Russische Föderation und Saudi-Arabien scheinen hinsichtlich der Notwendigkeit einer Stabilisierung des Ölpreises auf den internationalen Rohstoffmärkten zu einem Konsens gefunden zu haben.
Die Russische Föderation und Saudi-Arabien scheinen hinsichtlich der Notwendigkeit einer Stabilisierung des Ölpreises auf den internationalen Rohstoffmärkten zu einem Konsens gefunden zu haben.
Russland und Saudi-Arabien haben sich auf gemeinsame Aktivitäten verständigt, um zusammen mit anderen Brennstoffproduzenten den Erdölmarkt zu stabilisieren und nachhaltige Investitionen in die Branche zu gewährleisten.

Am Rande des G20-Gipfels in China sagte der Vize-Kronprinz Saudi-Arabiens, Mohammed ibn Salman, dass die Zusammenarbeit mit Russland dem globalen Erdölmarkt guttun werde.

Shaybah Ölfeld in der Rub' al-Khali Wüste in  Saudi Arabien.

Am 5. September unterzeichneten der Energieminister der Russischen Föderation, Alexander Nowak, und der Minister für Energie, Industrie und Mineralressourcen Saudi-Arabiens, Khalid Al-Falih, eine gemeinsame Erklärung. In deren Text wiesen die Minister auf langfristige Herausforderungen hin, mit denen die Öllieferanten konfrontiert sind.

Dazu gehören unter anderem der weltweite Rückgang von Forschungsausgaben zum Zwecke der geologischen Erkundung und Förderung von Öl sowie der massenhafte Verzicht auf Investitionsprojekte. Diese Faktoren, die sich sowohl auf die Produzenten als auch auf die Verbraucher negativ auswirken, bedingen derzeit eine zunehmend instabile Situation und eine höhere Volatilität auf dem Ölmarkt.     

Die beiden Minister verständigten sich darauf, die Zusammenarbeit im Öl- und Gasbereich zu entwickeln, neue Technologien zu deren Förderung, Verarbeitung, Lagerung, Lieferung, Wartung und Erforschung einzuführen sowie Erfahrungen und Informationen auszutauschen.  

Außerdem vereinbarten Alexander Nowak und Khalid Al-Falih, regelmäßig Tagungen der russisch-saudischen Arbeitsgruppe anzuberaumen. Diese soll erstmals im Oktober 2016 zusammenkommen. Energieminister Nowak meinte, dass eine Deckelung der Ölförderung die Marktstabilisierung wesentlich beschleunigen könnte.  

Zuvor hatte der Vize-Kronprinz Saudi-Arabiens, Mohammed ibn Salman, am Rande des G20-Gipfels im chinesischen Hangzhou dem Präsidenten der Russischen Föderation, Wladimir Putin, versichert, dass die Kooperation zwischen den beiden Ländern dem globalen Erdölmarkt guttun werde.

Wladimir Putin im Gespräch mit John Micklethwait. Im Interview mit Bloomberg spricht der Präsident der Russischen Föderation unter anderem über das Verhältnis zu China, den Ölpreis und über weltweite Hackerangriffe.

Unterdessen erklärte der iranische Energieminister, Bidschan Sangane, nach seinem Treffen mit OPEC-Generalsekretär Mohammed Barkindo, dass Teheran alle Maßnahmen begrüße, die den Ölmarkt stabilisieren und die Preise zurück auf ihr natürliches Niveau bringen könnten. Gleichzeitig bestätigte der iranische Minister die Absicht seines Landes, die Fördermengen vorerst weiter zu erhöhen. Dies soll solange anhalten, bis das Niveau der Zeit vor der Verhängung jener internationaler Sanktionen erreicht sei, die im Vorjahr infolge des Atomdeals aufgehoben wurden.          

Die OPEC-Staaten wollen am Rande des XV. Internationalen Energieforums, das vom 26. bis zum 28. September in Algerien stattfinden wird, eine inoffizielle Beratung abhalten. Voraussichtlich wird man auf dem Treffen eine mögliche Deckelung der zu fördernden Mengen erörtern.

Der frühere stellvertretende Staatssekretär für Energie im US-Energieministerium und jetzige geschäftsführende Direktor der Energie- und Umwelt-Initiative an der Rice University, Charles McConnell, meinte in einem Kommentar für RIA Nowosti, dass die Abmachung zwischen Russland und Saudi-Arabien zwar zu einer Stabilisierung der Brennstoffpreise führen werde. Ein erheblicher Preisanstieg sei aber nicht zu erwarten.