6. Treffen des Arktischen Rates auf russischem Atomeisbrecher

6. Treffen des Arktischen Rates auf russischem Atomeisbrecher
Zwölf Länder haben buchstäblich in arktischen Breiten die Entwicklungsperspektiven der Region besprochen. Im Mittelpunkt der Beratungen standen die Themen: Seetransport, Sicherheit, Energiequellen, Umweltschutz und Tourismus.

Das diesjährige Treffen fand an Bord des Atomeisbrechers „50. Jahrestag des Sieges“ am Nördlichen Seeweg von 30. August bis 1. September statt. Daran nahmen alle Mitglieder des Rates teil - Russland, Kanada, Dänemark, Finnland, Island, Norwegen, Schweden und die USA. Die Beobachterstaaten waren diesmal Indien, China, Südkorea und Singapur. Beamte, Wissenschaftler und Geschäftsleute diskutierten völkerrechtliche, organisatorische, technologische und logistische Aspekte des Seetransports, den Umweltschutz und Tourismus in der Eisschollenregion. In der Konferenz wurden insgesamt etwa 50 Vorträge und Berichte präsentiert.

An der Spitze der russischen Delegation stand der Sekretär des Sicherheitsrates des Landes, Nikolai Patruschew.

Der russische Präsident, Wladimir Putin, betonte in seinem Begrüßungsschreiben:

„Ich bin überzeugt davon, dass die Arktis eine Plattform für offenen und gleichberechtigten Dialog werden muss, die auf den Prinzipien der allgemeinen Sicherheit basiert. Hier darf es keinen Platz für geopolitische Spiele der Militärblöcke, Vereinbarungen hinter den Kulissen und Teilung von Einflussbereichen geben.“

Quelle: Ruptly

Beim Treffen wurden Entwicklungsprojekte im Lastverkehr vereinbart. Patruschew zufolge kann dieser in den nächsten vier Jahren bis zu 65 Millionen Tonnen pro Jahr erreichen. Besonders sei an den Möglichkeiten des Nördlichen Seeweges China interessiert. Südkorea und Singapur hätten vor, die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Russland bei der Modernisierung und Inbetriebsetzung der Häfen auszubauen.

Damit der Nördliche Seeweg störungsfrei funktioniert, setzt Russland dort 35 dieselelektrische und vier atombetriebene Eisbrecher ein. Patruschew gab bekannt, dass in Sankt Petersburg drei weitere Reaktorschiffe gebaut werden.

Russland habe sich auch vorgenommen, kohlenstofffreie Energiequellen in der Arktis zu fördern, um die Umwelt zu schützen, sagte der Präsidentenberater zum Klimaschutz, Alexander Bedritskij. Ihm zufolge werde man den Treibhauseffekt in der Region reduzieren, indem man traditionelle und erneuerbare Energiequellen kombinieren werde.

„Zur Zeit haben wir sowohl den Wunsch als auch die Möglichkeit, die  anthropogenen Auswirkungen in der Arktis zu minimieren und uns an die bereits existierenden und erwarteten Klimaänderungen anzupassen, wodurch wir auch hydrometeorologische und ökologische Risiken senken werden“, so Bedritskij.

Patruschew zufolge muss die Entwicklung der Tourismusbranche auch zum Schutz der Region beitragen. Während des Kalten Kriegs sei es dort Jahrzehnte lang unmöglich gewesen, Tourismus und Umweltschutz zu fördern, weil die Polargebiete eine geschlossene Zone waren, die nur zu militärischen Zwecken mit den entsprechenden Auswirkungen genutzt wurden. Die Änderungen am politischen und wirtschaftlichen Zustand der Arktis könnten nur dann erreicht werden, wenn touristische Attraktivität und ökologische Sicherheit bewahrt würden.

„Jetzt besuchen die Arktis nur etwa ein Tausend Touristen pro Jahr. Die Menschheit wird sie nur dann schätzen und schonend mit ihr umzugehen lernen, wenn ihre einzigartige Natur für Hunderttausende Gäste aus der ganzen Welt zugänglich sein wird“, resümierte Patruschew.

Der Arktische Rat ist ein 1996 gegründetes Forum, das Zusammenarbeit und Koordination bei den Forschungs- und Entwicklungsprojekten usw. zwischen den arktischen Anrainerstaaten und den indigenen Völkern fördert. Die Mitglieder der Organisation versammeln sich regelmäßig seit 2011.