Russland und China planen neue Lieferplattform für russische Lebensmittel

Der Entwicklungsfonds für den Fernen Osten und der chinesische High-Tech-Konzern wollen russischen Unternehmen die Exporttätigkeit auf den chinesischen Markt erleichtern.
Der Entwicklungsfonds für den Fernen Osten und der chinesische High-Tech-Konzern wollen russischen Unternehmen die Exporttätigkeit auf den chinesischen Markt erleichtern.
Die russische Abteilung des chinesischen High-Tech-Riesen LeEco und der russische Entwicklungsfonds des Fernen Ostens haben die Schaffung einer Handelsplattform LeLive vereinbart, die über 800 Millionen Kunden umfassen soll.

Die Plattform LeLive soll aus dem chinesischen Unternehmen LeEco heraus entstehen. Dieses betreibt eine Online-Plattform mit mehr als 800 Millionen Kunden, einem breitem Angebot und zahlreichen Apps. Im letzten Jahr verkaufte LeEco zehn Millionen Smartphones und mehr als sechs Millionen Smart-TVs.

Der Konzern wartet mit noch weiteren Superlativen auf. So gehört Le Vision Pictures zu den drei größten privaten Filmproduktionsgesellschaften Chinas. LeMall ist wiederum der drittgrößte chinesische Online-Shop.

Die Unternehmensgruppe soll nun eine tragende Rolle im Zusammenhang mit der Optimierung der Lieferlogistik spielen, die russischen Lebensmittelhändlern den Export in die Volksrepublik erleichtern soll.

Das Abkommen [zur Schaffung der neuen Handelsplattform] wurde im Vorfeld des Östlichen Wirtschaftsforums in Moskau unterzeichnet. LeLive wird als eine Vollzyklusplattform funktionieren. Dazu gehören Herstellung, Distribution und Vertrieb von russischen landwirtschaftlichen Produkten an chinesische Verbraucher. Die Produktion entspricht den höchsten ökologischen Normen“, steht in der Mitteilung des Fonds.

Russische Anbieter liefern unter anderem Wasser, Getränke, Süßwaren, Mehl, Graupen, Fleischkonserven, Butter, Honig und Nüsse für den chinesischen Markt. Die russischen Hersteller vertreiben vor allem Produkte, die im Fernen Osten des Landes hergestellt werden. Die Akteure hinter der neuen Absatzplattform wollen nicht nur bereits existierende Betriebe miteinbeziehen,  sondern auch jene neuen Anbieter, die auf Initiative des Entwicklungsfonds in der Region Standorte eröffnen sollen. Die Regierung der Russischen Föderation hat ein Programm gestartet, das der vorrangigen Entwicklung des Gebiets und der dortigen Freihäfen dienen soll.

Das Projekt strebt dabei vor allem die Entwicklung der Landwirtschaft im Fernen Osten an. Auch das russische Vertriebsvolumen auf dem chinesischen Markt soll infolge des Förderprogramms ansteigen. In den nächsten drei Jahren will die Regierung mehr als zehn Milliarden Rubel ins das Projekt investieren.

Der Entwicklungsfonds des Fernen Ostens wird dem chinesischen Partner bei organisatorischen und administrativen Fragen zur Seite stehen, die bei der Zusammenarbeit mit den Betrieben im Fernen Osten entstehen können. Der Fonds wird die Akquise von Investoren übernehmen und hat sich bereit erklärt, auch noch weitere Beteiligungsformen in Erwägung zu ziehen.

Möglicherweise könnte sich auch der Russisch-Chinesische Fonds für die agroindustrielle Entwicklung mit Risikokapital in Höhe von zehn Milliarden Rubel an dem Projekt beteiligen. Erwartet wird auch ein umfangreiches Engagement vonseiten der Begünstigten jener Projekte, die der Fonds für die agroindustrielle Entwicklung bereits unterstützt hat. Die Veranstalter erwarten auch deren Teilnahme am demnächst stattfindenden Östlichen Wirtschaftsforum in Moskau.

Das chinesische Unternehmen LeEco wurde im Jahr 2004 gegründet und hieß bis Januar 2016 LeTV. Die Struktur des High-Tech-Riesen besteht aus Formationen, die sich auf unterschiedlichen Gebieten spezialisiert haben. Unter anderem beschäftigt sich das Unternehmen mit Herstellung, Einkauf und Vertrieb von Filmproduktionen, mit E-Commerce, Handys, Cloud-Dienstleistungen und Elektroautos.