Gazprom verhandelt mit der Türkei über Umsetzung des Pipelineprojektes Turkish Stream

Vorstandsvorsitzende des russischen Konzerns Gazprom Alexei Miller und ein Vertreter des türkischen Pipeline Corperation BOTAŞ unterzeichnen ein Memorandum über den Bau einer russisch-türkischen Pipeline.
Vorstandsvorsitzende des russischen Konzerns Gazprom Alexei Miller und ein Vertreter des türkischen Pipeline Corperation BOTAŞ unterzeichnen ein Memorandum über den Bau einer russisch-türkischen Pipeline.
Am Mittwoch reist eine Delegation von Gazpromvertretern in die Türkei, um über das Großprojekt Turkish Stream und die Lieferkonditionen für Gasimporte zu verhandeln.

Am Mittwoch reiste der Vorstandschef des russischen Energieriesen Gazprom, Alexej Miller, zusammen mit einer Delegation in die Türkei reisen, um das weitere Vorgehen bezüglich der Pipeline Turkish Stream abzustimmen. Dies bestätigte sein Stellvertreter Alexandr Medwedew gegenüber der Nachrichtenagentur TASS. 

Die Delegation traf sich mit Entscheidungsträgern der türkischen Botaş, um künftige Eckpunkte des Projekts zu besprechen. Thematisiert wurden auch mögliche Preisnachlässe bei Gasimporten aus der Russischen Föderation. 

"Die Gespräche laufen de facto schon. Sie begannen schon beim Treffen des türkischen Wirtschaftsministers und des russischen Energieministers. Damals wurde die Wiederaufnahme der Verhandlungen entschieden", so Medwedew.

Am 9. August trafen sich der russische Präsident Wladimir Putin und der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdoğan in Sankt Petersburg. Im Anschluss gab der russische Energieminister Alexander Nowak bekannt, dass beide Länder die Verhandlungen über den Bau des Turkish Stream wieder aufgenommen haben.  

Russland kündigte zwei Pipelineprojekte durch das Schwarze Meer an: South Stream durch Bulgarien und Turkish Stream durch die Türkei. Beide Projekte sehen Gaslieferungen von bis zu 63 Milliarden Kubikmeter pro Jahr durch das Schwarze Meer vor. 

Ursprünglich favorisierte Gazprom das South Stream Projekt. Auf Druck der Europäischen Kommission hat Bulgarien es jedoch eingestellt. Es entspräche nicht den Bestimmungen des Dritten EU-Energiepakets. Demnach darf eine Vertragspartei nicht Pipelinebetreiber und gleichzeitig der Gaslieferant sein. 

Russland vertritt jedoch den Standpunkt, dass das Projekt schon vor Inkrafttreten des EU-Energiepakets unterzeichnet wurde und das Gesetz demnach nicht für South Stream gelte.

Nach dem Aus für South Stream verkündete Gazprom im Jahr 2014 sein Interesse an einer Pipeline durch die Türkei. Das Projekt wurde kurzfristig wegen des Abschusses eines russischen Kampfjets durch die türkische Luftwaffe im November 2015 gestoppt.