Bloomberg: Sabotagen auf der Krim beeinträchtigen die russische Wirtschaft

Bloomberg: Sabotagen auf der Krim beeinträchtigen die russische Wirtschaft
Die wachsende Spannung zwischen Moskau und Kiew nach den vereitelten Krim-Attentaten könnte die Erholung der russischen Wirtschaft hinauszögern und den Kapitalabfluss aus dem Land forcieren, so die Einschätzung der Finanznachrichtenagentur.

Nachdem der russische Präsident Wladimir Putin der Ukraine Terroranschläge auf der Schwarzmeer-Halbinsel Krim vorgeworfen hatte, sei die Wahrscheinlichkeit sehr gering geworden, dass der Westen seine anti-russischen Sanktionen aufheben wird. Das zeigte einer Bloomberg-Umfrage unter 21 Ökonomen.

Dabei hat sich ergeben, dass nur zehn Prozent von ihnen eine Aufhebung von US-Sanktionen gegen Russland erwarten, im Vergleich zu 19 Prozent im vorigen Monat. Dabei glauben 52 Prozent der Befragten, dass die EU im Laufe der folgenden zwölf Monate beginnt, ihre Sanktionen gegen Russland aufzuheben. Bei der vorigen Umfrage waren aber 69 Prozent von ihnen optimistisch gestimmt.

Eine mögliche Eskalation des Konflikts könnte das Vertrauen von Geldgebern verletzen, so 76 Prozent der Befragten. Einen verstärkten Kapitalabfluss erwarten 69 Prozent der Ökonomen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel meinte, dass es heute unmöglich sei, Sanktionen gegen Russland aufzuheben. Ihr zufolge soll Russland die Bedingungen des Minsker Waffenstillstandabkommens aus dem Jahr 2015 nicht erfüllt haben.

„Wegen Verlängerung der EU-Sanktionen bis Anfang 2017 und der letzten aggressiven Statements der deutschen Bundeskanzlerin Merkel ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, dass die Sanktionen im kommenden Jahr aufgehoben werden“, so Andreas Schwabe, Ökonom bei der Raiffeisen Bank International in Wien.

Am 25. August teilte aber Bloomberg mit, dass Investoren auf ihrer Suche nach hohen Gewinnen Sanktionen gegen Russland ignorieren: Sie sollen keinen Unterschied zwischen den von den Sanktionen betroffenen und nicht betroffenen Unternehmen sehen.

Am 10. August berichtete der russische Inlandsgeheimdienst FSB von vereitelten Terroranschlägen auf der Krim. Russland warf der ukrainischen Regierung vor, in die Planung der Attentate involviert zu sein.