Eurowings stoppt Flüge nach Russland

Eurowings stoppt Flüge nach Russland
Die deutsche Billigfluglinie Eurowings zieht sich „aus wirtschaftlichen Gründen“ aus dem russischen Markt zurück. Der Grund: Die Flüge nach Deutschland bleiben bei russischen Touristen seit zwei Jahren wenig nachgefragt.

Ab der kommenden Herbst-Winter-Saison stoppt die Lufthansa-Tochtergesellschaft Eurowings ihre Flüge nach Russland. Die Firma hat dafür gewisse „wirtschaftliche Gründe“, schreibt die russische Zeitung Kommersant.

„Die Route hat unsere Erwartungen nicht erfüllt“, so ein Sprecher der Fluglinie.

Die Low-Coster-Airline Eurowings gehört zur Lufthansa Group und sitzt in Düsseldorf. Sie betreibt 88 Flugzeuge und fliegt 130 Ziele in Deutschland und in anderen europäischen Ländern sowie in Nord- und Lateinamerika an. Im Jahr 2015 transportierte die Linie etwa 4,5 Millionen Fluggäste und erreichte einen Jahresumsatz von 1,9 Milliarden Euro.

Die Eurowings fertigte seit Oktober 2015 wöchentlich sechs Linienflüge von Moskau nach Berlin ab. Die Firma trat auf den russischen Markt, nachdem die Fluglinie Air Berlin ihre Flüge nach Russland im Januar 2016 „wegen geringer Nachfrage“ gestoppt hatte.

Der Abwärtstrend betrifft alle Routen aus Russland, da immer weniger Russen ins Ausland fliegen. Der russischen Luftfahrtbehörde zufolge reduzierte sich die Passagierbeförderung aus Russland in andere Länder (außer den GUS-Staaten) um 18,6 Prozent auf 32,3 Millionen Menschen. Auch in Moskau ergab sich eine Senkung um 17,6 Prozent auf 10 Millionen Menschen. In diesem Zusammenhang begannen viele ausländische Fluglinien, ihre Präsenz in Russland zu verringern. So stoppte die Lufthansa im Sommer 2015 ihre Flüge aus dem Moskauer Flughafen Vnukovo in die russischen Regionen. Die österreichische Niki stellte ihre Linienflüge aus Wien nach Moskau ein. Die skandinavische SAS, die israelische El Al und die britische EasyJet dünnten auch ihr Russland-Geschäft aus.

Denis Walejew, Sprecher des Internet-Portals Pososhok.ru stellt allerdings fest, dass Dienstreisen nach Berlin, München und Düsseldorf populär bleiben – ihre Zahl stieg sogar im Vergleich zum vorigen Jahr um etwa 10 Prozent. „In diesen Städten ist die ganze Geschäftstätigkeit konzentriert“, so Walejew.

Der Chef der PR-Agentur Infomost Boris Rybak betont seinerseits, dass die Lufthansa ihre Tätigkeit gerade umstrukturiert, wobei die wenig nachgefragten Märkte betroffen sein werden. Die Fluglinie sei übrigens für ihre Flexibilität berühmt, deshalb sei es wahrscheinlich, dass sie auf den russischen Markt zurückkehre, nachdem die Nachfrage gestiegen sei.