Deutscher Discounter "Plus" zieht sich aus Russland zurück

Deutscher Discounter "Plus" zieht sich aus Russland zurück
Der Discounter "Plus" begräbt seine Expansionspläne in Russland, bevor das Geschäft dort überhaupt begonnen hat. Der Rückzug beschert dem Tengelmann-Konzern nach Medienberichten einen Verlust in Millionenhöhe.

Die Pläne von Tengelmann-Inhaber Karl-Erivan Haub, die Marke "Plus" in Russland wiederzubeleben, wurden im Jahr 2012 öffentlich. Zuvor hatte Haub die deutschen Discount-Filialen an den Konkurrenten Edeka verkauft. Tengelmann wollte in Russland bis zum Jahr 2020 in der Region Moskau "mindestens 150 Filialen" eröffnen, etwa zwanzig Geschäfte pro Jahr. Das geht aus einer Firmenpräsentation hervor.

Tengelmann gründete dafür ein Joint Venture mit der auf Immobilien spezialisierten Firma Rosevro, erwarb Grundstücke und richtete bereits zwölf Läden ein, darunter beispielsweise eine Filiale in Pushkino, 30 Kilometer nordöstlich von Moskau.  

Ende des Jahres 2015 berichtete die russische Zeitung Wedomosti erstmals, dass der Tengelmann-Konzern das Expansionsprojekt gestoppt habe. Zu diesem Zeitpunkt sei noch keine der Filialen in Betrieb gewesen. Als Grund für den Rückzug nennt das Manager Magazin nun die nach der Abspaltung der Krim verhängten EU-Sanktionen und geplatzte Finanzzusagen Dritter. Mittlerweile wurde das Joint Venture beendet.

Für Tengelmann war der Ausflug nach Russland offenbar ein Millionengrab. Laut dem Manager Magazin bieten die russischen Partner die "Plus"-Läden derzeit für ein Drittel des Kaufpreises an. Etwa 50 bis 80 Millionen Euro könnte Tengelmann-Chef Haub in die Expansion investiert haben, 10 bis 20 Millionen soll Rosevro zurück überwiesen haben.