Kiew: Verluste in Höhe von einer Milliarde US-Dollar wegen russischer Handelseinschränkungen

Lokomotive mit Frachtwagons an einem Bahnhof in Kiew im September 2015.
Lokomotive mit Frachtwagons an einem Bahnhof in Kiew im September 2015.
Kiew schätzt die Verluste durch Exportausfall, die durch die von Russland verhängten Wirtschaftssanktionen bis Ende 2016 entstehen werden, auf eine Milliarde US-Dollar, so die Stellvertretende Finanzministerin und Handelsvertreterin der Ukraine, Natalija Mikolskaja. Noch massiver nahmen die Exporte nach Kasachstan ab.

Mikolskaja behauptet, dass ukrainische Exporte nach Russland im Laufe der letzten fünf Monate um 36,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr sanken. Die Exporte nach Kasachstan nahmen in den ersten fünf Monaten des Jahres 2016 um 46,2 Prozent ab, was 136,4 Millionen US-Dollar entspricht.

„Die Bilanzen aus dem Jahr 2016 lassen uns die durch Handelseinschränkungen verursachten Wirtschaftsverluste auf eine Milliarde Dollar schätzen.“

Laut der Anordnung über die Wirtschaftssicherheit und die nationalen Interessen Russlands wurde der Transitverkehr über Land aus der Ukraine nach Kasachstan und Kirgisistan seit dem 1. Juli eingestellt. Betroffen ist der Transport per Bahn und LKW von Gütern, deren Verzollung in Russland nicht gebührenfrei verläuft. Auch sanktionierte Güter dürfen nicht über die russische Grenze. Kiew warf Moskau vor, den Transitverkehr ukrainischer Güter gesperrt und die Prinzipien der Welthandelsorganisation dadurch verletzt zu haben.

Seit dem 1. Januar 2016 führte Russland ein Lebensmittelembargo gegen das Nachbarland ein, das die EU-Sanktionen gegen Russland unterstützte. Unter das Embargo fielen Fleisch, Würste, Fisch, Meeresfrüchte, Obst, Gemüse und Milchprodukte. Kiew reagierte darauf mit einer Sanktionsliste, die zuerst 43 Produktkategorien beinhaltete und später erweitert wurde. Betroffen sind unter anderem folgende Produkte: Gebäck, Fleisch, Käse, Schokolade, Bier, Wodka, Filterzigaretten, Hunde- und Katzenfutter.

Anfang Juli verlängerte Russland die Sanktionen gegen eine Reihe von Staaten bis Ende 2017, die ihrerseits die Russland-Sanktionen unterstützen.