Peking zu Bedenken bezüglich russisch-chinesischer Zusammenarbeit: "Westen hat schwache Nerven"

Peking zu Bedenken bezüglich russisch-chinesischer Zusammenarbeit: "Westen hat schwache Nerven"
Vorübergehende wirtschaftliche Schwierigkeiten als Folge westlicher Sanktionen hindern Russland nicht daran, eine einflussreiche und unabhängige Großmacht zu sein, so das chinesische Außenministerium. In Bezug auf westliche Bedenken hinsichtlich des Ausbau der russisch-chinesischen Beziehungen verweist Peking auf die "schwachen Nerven einiger westlicher Politiker" und kritisiert offen "die wahren Ziele und Motivationen der Sanktionen".

Heutzutage wird in verschiedenen politischen Kreisen allgemein die Meinung vertreten, dass Russland wegen der wirtschaftlichen Probleme auf China angewiesen sei. Das stimme nicht mit der Wirklichkeit überein, erklärte der stellvertretende Generaldirektor der Abteilung der europäischen und zentralasiatischen Angelegenheiten des chinesischen Außenministeriums, Gui Congyou.

Der Sprecher des Außenministeriums nannte Russland „eine einflussreiche Weltmacht mit großem Potential“ und sieht in ihr „einen gleichberechtigten Partner“. Es gäbe keine Konkurrenz zwischen beiden Staaten und es werde auch keine geben. Das bestätigen vor allem die Abkommen zur Verbindung zwischen der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAEU) und Seidenstraßeninitiative „Wirtschaftsgürtel Seidenstraße“ (SREB).

Congyou fügte hinzu, dass sowohl China als auch Russland eine unabhängige und selbständige Außenpolitik betreiben und bereit seien, mit allen anderen Ländern zu kooperieren.

„Wir heißen alle Länder willkommen, die mit uns an der Sicherung der internationalen Stabilität und der Entwicklung der Weltwirtschaft zusammenarbeiten wollen. Jede Weltmacht, die aufrichtig nach Frieden und nachhaltiger Entwicklung strebt, sollte die Beziehungen zwischen unseren Ländern tatkräftig unterstützen statt sich darüber zu ärgern“, sagte der chinesische Politiker.

In Bezug auf westliche Bedenken hinsichtlich dem Ausbau der russisch-chinesischen Beziehungen argumentierte er:

„Die umfassende Partnerschaft zwischen der Russischen Föderation und China basiert auf gegenseitigem Vertrauen und gemeinsamen Interessen. Es ist nicht unser Ziel, Drittländer oder ihre Interessen zu beeinträchtigen. Wenn einige westliche Politiker sich über unsere engen Beziehungen ärgern, dann, meine ich, haben sie schwache Nerven.“

Trotzdem könne die Entwicklung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern den Interessen mancher Mächte auf der Welt entgegenstehen. Sie seien davon überzeugt, dass China und Russland künftig miteinander konkurrieren würden:

„Obwohl Russland momentan mit einigen wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen hat, stehen dem Land immer noch immense Ressourcen, eine unabhängige Betriebsbasis und progressive Technologien zur Verfügung. Russland hat in Sachen Wirtschaftsentwicklung großes Potential. Ich verstehe nicht, warum die USA und die EU ausgerechnet jetzt, in Zeiten, in denen die Weltwirtschaft so vielen Problemen gegenüber steht und Russland zu der Entwicklung der Weltwirtschaft beitragen könnte, Sanktionen verhängt haben. Ich weiß nicht, was ihre wahren Ziele und Motivationen sind“, erklärte Gui Congyou.

Er sei, so Congyou abschließend, zuversichtlich, dass trotz der Schwierigkeiten, die durch die Sanktionen entstehen, die russische Wirtschaft dank des großen Entwicklungspotenzials und wirksamer Maßnahmen der Regierung dazu in der Lage sei, sich weiter zu entwickeln.