Goldman Sachs rechnet mit Eintrübung auf europäischen und US-Aktienmärkten

Nicht nur die Skyline Manhattans "trübt sich ein"...
Nicht nur die Skyline Manhattans "trübt sich ein"...
Analysten des Investitionshauses Goldman Sachs haben ihre Prognose für den US-amerikanischen und den europäischen Aktienmarkt mit Blick auf die kommenden drei Monate herabgestuft. Sie erwarten eine Umkehr in der Positionierung der Anleger. Voraussetzung für ein weiteres Wachstum wäre die Verbesserung des allgemeinen wirtschaftlichen Umfelds.

Goldman Sachs erwartet, dass der US-Aktienmarkt S&P 500 und der STOXX Europe 600 in den nächsten Monaten um zehn Prozent absacken werden.

„In Anbetracht, dass Aktien teuer bleiben und das Ergebniswachstum schlecht, befinden sich die Unternehmenswerte noch am oberen Ende des 'fat-and-flat'-Bereichs“, geht aus dem Report der Investitionsbank hervor.

Die Herabstufung folgt einer aktuellen Rally der Risikoaktiva, die sich mit dem britischen Brexit-Entscheid und der Suche nach neuen Renditen erklären lässt.

„Unser Risikoindikator ist nahezu auf neutralem Niveau und seine positive Dynamik hat nachgelassen, was darauf hindeutet, dass wir auf bessere makroökonomische Fundamentaldaten oder Stimuli warten müssen“, fügte Goldman Sachs hinzu.

Die US-Bank stufte Aktienwerte aus den USA und Europa für die nächsten drei Monate auf „Underweight“ ein. Mit dem Anlageurteil „Underweight“ raten die Analysten, eine Aktie oder eine Branche im Portfolio geringer zu gewichten als die Branche selbst, beziehungsweise den Gesamtmarkt.

Am vergangenen Freitag kursierte der Aktienindex S&P 500 auf einem Allzeithoch von 2.177,09 Punkten. Gleichzeitig wurde bekannt, dass die US-Wirtschaft im ersten Halbjahr dieses Jahres nur um 1,2 Prozent wuchs. Analysten hatten hingegen eine Wachstumsquote von 2,5 bis 2,6 Prozent prophezeit.

Laut dem Vorsitzenden des Finanzunternehmens DoubleLine Capital Jeffrey Gundlach bedeuten die ökonomischen Grunddaten, dass der Markt „übermäßig selbstgefällig geworden“ ist.

„Der Künstler Christopher Wool hat ein Sprichwort: 'Verkauf das Haus, verkauf das Auto und verkauf die Kinder'. Nichts hier sieht gut aus. Die Aktienmärkte müssten eigentlich viel tiefer kursieren, aber Anleger scheinen hypnotisiert zu sein und der Überzeugung, dass nichts schiefgehen kann“, so Grundlach am Freitag gegenüber dem US-Fernsehsender CNBC.