Russische Rosneft und die venezolanische PDVSA erweitern ihre strategische Zusammenarbeit

Eine Raffinerie der Ölfirma PDVSA in Punto Fijo, Venezuela.
Eine Raffinerie der Ölfirma PDVSA in Punto Fijo, Venezuela.
Rosneft und die venezolanische PDVSA unterzeichneten gemeinsame Verträge, die Venezuela bis zu 20 Milliarden Dollar an Investitionen einbringen könnten. Beide Unternehmen vereinbarten, eine Machbarkeitsstudie über Offshore-Bohrungen für die Gasförderung auf den Schelfs vor Venezuela durchzuführen. Die Verträge beinhalten Öllieferungen und ein gemeinsames Projekt, um venezolanische Kraftwerke auf Gas umzustellen.

Der staatliche russische Ölkonzern Rosneft baut sein Engagement in Venezuela aus. Laut Pressemitteilung von Rosneft, unterzeichneten beide Unternehmen am 28. Juli eine Vereinbarung über eine Machbarkeitsstudie. Sie untersucht die Offshoreförderung vor der venezolanischen Küste. Die Finanzierung erfolgt über ein Joint Venture.

Die Ergebnisse der Studie sollen in der ersten Hälfte 2017 vorliegen. Danach werden diese an die zuständigen Ministerien in Russland und Venezuela weitergeleitet. Dort erfolgt die Abstimmung zu Einzelheiten der Zusammenarbeit, rechtliche Bedingungen und Projektressourcen. Erwartet wird, dass die Gasproduktion rund neun Milliarden Kubikmeter pro Jahr einbringt. 

Laut Igor Setschin ist die Zusammenarbeit im Gassektor ein zentrales Element beider Unternehmen:

"Die Entwicklung der Zusammenarbeit im Gassektor ist ein neues wichtiges Element der Partnerschaft zwischen Rosneft und der PDVSA", so Igor Setschin, Vorstandsvorsitzender von Rosneft.

"Das erhebliche Ressourcenpotenzial von Offshore-Feldern und ihre günstige geografische Lage" ermöglichen den beiden Unternehmen, effektiv Flüssiggas auf "die Märkte des Pazifikraumes zu liefern, welche zum gegebenen Zeitpunkt von beiden Parteien als primärer Markt" betrachtet wird. 

Die vier unterzeichneten Dokumente bedeuten Investitionen in Höhe von 20 Milliarden US-Dollar, so der venezolanische Öl-Minister und Präsident des Unternehmens PDVSA.

Vorstandsvorsitzender des Mineralölkonzerns Rosneft Igor Setschin (Rechts)  und der Präsident der Petróleos de Venezuela Eulogio del Pino (links) unterzeichnen den Vertrag zwischen beiden Unternehmen.
Vorstandsvorsitzender des Mineralölkonzerns Rosneft Igor Setschin (Rechts) und der Präsident der Petróleos de Venezuela Eulogio del Pino (links) unterzeichnen den Vertrag zwischen beiden Unternehmen.

Rosneft und PDVSA unterzeichneten auch die Schlüsselvertragsbedingungen, welche die Lieferung von Erdöl und Erdölprodukte festlegten. Die rechtlich bindenden Dokumente sollen zu einem späteren Zeitpunkt unterschrieben werden. Voraussichtlich wird die Lieferung von Öl noch dieses Jahr beginnen. 

Neben der Offshoreförderung und der Öl-Lieferung wurde die mögliche Zusammenarbeit bei dem Ausbau des venezolanischen Elektrizitätssektors gesprochen. Die Idee dahinter ist es, Kraftwerke auf Petrolkoks, Gas und Kohle umzustellen. 

"Dies würde es ermöglichen, bestehende Kraftwerke, die Diesel benötigen, zu ersetzen und mit dem freiwerdenden Ölvolumen den Markt zu beliefern", so in der Pressemitteilung von Rosneft.

Zwischen Rosneft und der PDVSA bestehen momentan schon fünf gemeinsame Projekte zur Exploration und Förderung in Venezuela.