Rubel auf Jahreshoch gegenüber Dollar und Euro

Rubel auf Jahreshoch gegenüber Dollar und Euro
Die russische Währung ist am Montag gestärkt aus dem Wochenende gekommen. Der Rubel erklomm ein Neun-Monats-Hoch. Er wurde zwischenzeitlich bei 63,10 Punkten zum US-Dollar und 69,64 Punkten zum Euro gehandelt. Analysten führen die Entwicklung auf hohe Dividendenausschüttungen sowie nervöse Investoren zurück, die ihr Kapital nach dem Putschversuch am Freitag aus der Türkei abziehen.

Seit Anfang des Jahres hat die russische Währung um 17 Prozent zugelegt. Das ist die zweitgrößte Aufwärtsbewegung einer Schwellenländer-Währung hinter Brasilien. Der Preis für das Fass Rohöl stabilisiert sich auf noch mäßigem Niveau. Am Montag wurde ein Barrel für 47,71 US-Dollar gehandelt.

Der Leiter der Währungs- und Finanzabteilung der Citibank in Russland, Denis Korschilow, erklärte die relative Stärke des Rubels zudem mit der angelaufenen Spitzensteuer-Saison in Russland. Unternehmen zahlen Dividenden aus und konvertieren Reserven in Rubel, wodurch die Währung im Handel gezielt gestärkt wird. Laut der Zeitung Wedomosti wird der Kurs zumindest noch bis zum 25. Juli steigen und dann voraussichtlich seinen Höhepunkt erreichen, wenn sich die sogenannte Steuer-Saison dem Ende zuneigt.

„Steuern und Dividendenauszahlungen werden in dieser Woche den Rubel antreiben“, sagte Alexej Egorow, Analyst der Moskauer Promsvyazabank, gegenüber dem Finanzportal Bloomberg. „Einige Investoren könnten auch ihre Investitionen angesichts des Putschversuches am Wochenende aus der Türkei abziehen.“

Für Egorow bedeuten die Gewinne des Rubels, dass dieser seinen „fairen Wert“ bezogen auf den internationalen Ölpreis zurückgewinnt. Er geht davon aus, dass der Rubel in naher Zukunft auf Basis des Ölpreises bei 62 US-Dollar gehandelt werden wird.

Die Meinungen über den tatsächlichen Einfluss des gescheiterten Putschversuchs auf den türkischen Finanzmarkt sind noch gespalten. Einige Analysten glauben, dieser hätte noch keine Auswirkungen auf die positive Marktperformance in Russland.

„Auch wenn der Militärputsch in der Türkei gescheitert ist, könnten die Nachwirkungen das Land in eine langwierige Krise drängen. Nichtsdestotrotz ist das Ereignis für die Weltwirtschaft von geringerer Gefahr“, zitierte das Portal finam.ru Anastasia Sosnowa, Finanzanalysten bei Rossiysky Capital Bank.

Am Freitag rutschte die Türkische Lira der landesweiten Unruhen wegen um fast fünf Prozent ab. Die Währung erreichte ihren zwischenzeitlichen Tiefpunkt seit acht Jahren. Am Montag konnte sich die Lira jedoch erholen. An der Börse in Istanbul gaben die Aktienkurse jedoch nach und die Kurse der Staatsanleihen bewegten sich deutlich nach oben.