Brexit: Großbritanniens Untergang lässt weiter auf sich warten - Finanzmärkte erholen sich

Brexit: Großbritanniens Untergang lässt weiter auf sich warten - Finanzmärkte erholen sich
Trotz der Ängste, die nach dem Brexit-Referendum in Großbritannien geschürt wurden, hat die Londoner Börse in den vergangenen Wochen im globalen Vergleich die beste Performance gezeitigt.

Seit dem Referendum vom 23. Juni legte der britische Leitindex FTSE-100 um zwei Prozent zu. Im selben Zeitraum haben die Leitindizes der wichtigsten Börsen Europas, Amerikas und Asiens an Terrain verloren.

Deutschlands DAX und der französische CAC 40 verloren im Zuge der britischen Brexit-Entscheidung über acht Prozent. Die wichtigen US-amerikanischen Indizes Dow Jones, S&P 500 und der Nasdaq gaben um einen Prozentpunkt nach.

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Unter den wichtigen asiatischen Aktienmärkten knickte der japanische Nikkei um fünf Prozent ein. Die Börse in Hong Kong fiel um zwei Prozent. Chinas Shanghai Composite hingegen stieg um vier Prozent.

Die Entscheidung Großbritanniens, aus der Europäischen Union auszutreten, führte zu Schockwellen auf den globalen Finanzmärkten. Milliarden von US-Dollar gingen binnen weniger Stunden nach dem Volksentscheid verloren. Es kam in den darauffolgenden zwei Tagen zu einem regelrechten Ausverkauf.

Allerdings scheint dieser Effekt in erster Linie durch Gewinnmitnahmen spekulativer Anleger zustande gekommen zu sein, die rechtzeitig eine Short-Strategie implementiert hatten. Londons FTSE 100 erholte sich schnell und scheint mittlerweile gestärkt aus der Entscheidung hervorgegangen zu sein. Der Index kletterte vergangene Woche auf ein Zehnmonatshoch.

Einige Analysten warnen aber auch, die jüngste Markterholung könnte nur ein kurzes Durchatmen gewesen sein.

„In Anbetracht des Tatsache, dass es seit der Entscheidung noch keine Klarheit über die Bedingungen des Brexit gibt oder die Aussichten für die britische Wirtschaft und Weltwirtschaft, sehen wir keine nachhaltigen Gründe für die jüngsten Entwicklungen“, sagte Kathy Lien aus dem Finanzhaus BK Asset Management gegenüber der BBC.

Am Mittwoch verlor der FTSE leicht an Boden und notierte um 14 Uhr Ortszeit (15 Uhr MEZ) um etwa 1,5 Prozent niedriger als am Tag zuvor.

 

 

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