Island will Großbritannien als Mitglied der Nordischen Allianz der Nicht-EU-Staaten gewinnen

Fußballfan bei der Euro 2016 in Frankreich  – England gegen Island
Fußballfan bei der Euro 2016 in Frankreich – England gegen Island
Der isländische Präsident, Olafur Ragnar Grimsson, wirbt nach dem Brexit, mit Verweis auf alte Wikinger Handelsrouten, für ein Handelsdreieck zwischen Grönland, Island, Norwegen und Großbritannien.

Island, Norwegen und Großbritannien. Lasst uns die alten Wikinger Handelsrouten wiederaufbauen!

„Wenn Großbritannien die EU verlässt, werden wir ein Dreieck sehen, das einen großen Teil der Erde umfasst: Grönland, Island, die Färöer-Inseln, Norwegen – und nun das Vereinigte Königreich“, sagte der isländische Präsident, Olafur Ragnar Grimsson.

Jetzt kann das Vereinigte Königreich ein verfallenes Ödland wie weitere Nicht-EU-Länder werden, wie die Schweiz, Island und Norwegen

Die Länder gehören weder dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) noch der EU an.

Grimsson behauptet, diese Länder würden nach dem Brexit möglicherweise eine große Rolle spielen.

“Es geht um den Handel, Diplomatie, Rohstoffe und einige weitere Bereiche“, sagte Grimmson und betonte, dass die Arktis oder der hohe Norden nicht nur im europäischen, sondern auch im globalen Kontext an Bedeutung zunehmen würden.

Unsere am wenigsten schlechte Brexit-Option ist der EWR: die EU, Norwegen, Island und Liechtenstein werden zustimmen müssen. Wir haben keine Botschaft von Liechtenstein.

Die Europäische Freihandelsassoziation (EFTA), der Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz angehören, werde nach der britischen Flucht aus dem europäischen Bündnis auch relevanter, so der isländische Präsident.

“Natürlich müssen die Briten entscheiden, was sie tun, aber das kann den EFTA-Mitgliedern eine wichtigere Rolle als in den vergangenen Jahrzehnten verleihen“, erklärte Grimmson und fügte hinzu, dass es eine Chance für Norwegen und Island werden könne, die Arbeit der Assoziation zu verbessern.

Nach dem Brexit: Kann sich Großbritannien Norwegen, Island, der Schweiz und Liechtenstein in der Europäischen Freihandelsassoziation anschließen?

Allerdings teilt die norwegische Ministerpräsidentin, Erna Solberg, die Begeisterung für die Idee nicht: 

“Wollen wir, dass Britannien darin einbezogen wird zu diktieren, worüber die EFTA mit Drittländern verhandelt? Werden davon unsere wichtigsten nationalen Interessen profitieren? Das müssen wir diskutieren.“

Solberg zufolge könnte die Organisation gute Beziehungen zu Großbritannien durch andere Vereinbarungen pflegen.

Unsere neuen post-Brexit-Nachbarn: Norwegen, Island, die Schweiz, Albanien. Dorsch und Kuckucksuhren! Lasst uns feiern!

Sollte man den Handelsblock doch gründen, wäre er „bei Weitem nicht so wünschenswert im Vergleich zu dem, was wir jetzt aufgeben“, sagte Michael Dougan, Professor für EU-Recht an der Liverpool University im Interview mit der Zeitung The Independent.

Um sich dem Europäischen Wirtschaftsraum anzuschließen, brauche Großbritannien die einstimmige Zusage von allen 27 EU-Staaten, dem Europäischen Parlament sowie den vier EFTA-Ländern, fügte er hinzu.

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