Neue Seidenstraße: China, Russland und Mongolei bilden gemeinsamen Wirtschaftskorridor

Neue Seidenstraße: China, Russland und Mongolei bilden gemeinsamen Wirtschaftskorridor
Die drei Staaten haben ein Entwicklungsprogramm zur Bildung eines gemeinsamen Wirtschaftskorridor unterzeichnet. Dies ist Teil chinesischer Anstrengungen zur Wiederbelebung der historischen Seidenstraße von China bis nach Europa.

Das weltgrößte chinesische Container-Schiff

China, Russland und die Mongolei unterzeichneten Ende letzter Woche ein Entwicklungsprogramm zur Bildung eines gemeinsamen Wirtschaftskorridors. Dieser werde die Transportverbindungen und Wirtschaftsbeziehungen unter den drei Nachbarstaaten stärken, berichtete die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua.

Der Plan wurde beschlossen, nachdem Chinas Präsident Xi Jinping vergangene Woche verkündet hatte, dass chinesische Unternehmen rund 15 Milliarden US-Dollar in Staaten investieren, die sich vergangenes Jahr der Initiative zur Bildung einer neuen Seidenstraße angeschlossen haben. Investitionen stiegen 2015 um 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr an.

Eine unausgesprochene Absicht hinter dem Projekt „Neue Seidenstraße“ besteht darin, dass die Volksrepublik über wirtschaftliche Kooperation seine politischen Beziehungen zu den Ländern am Wegesrand verbessert. Die Vorstellung, dass China und Russland auf diesem Weg eine eurasische Integration mit Europa gelingt, ist für die amerikanische Außenpolitik der Horror.

Die außenpolitische Denkfabrik Council on Foreign Relations widmete China im Jahr 2015 ihr Schwerpunktprogramm. In der Zusammenfassung heißt es, man müsse ab sofort „jeder Internationalisierung chinesischer Unternehmen mit robusten Maßnahmen begegnen“. 

Tatsächlich hat Chinas Investitionsschub in Europa bereits zu einigen diplomatischen Erfolgen geführt. Die deutsche Außen- und Wirtschaftspolitik bemüht sich offensichtlich um China und selbst in Großbritannien wurde Präsident Xi Jinping nach großen Investitionen in den Energiesektor auf dem roten Teppich empfangen. Einige der größten europäischen Staaten - etwa Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Italien - unterstützen die neue internationale Entwicklungsbank, die Asian Infrastructure Investment Bank, obwohl es ausdrückliche Warnungen aus den USA gab.

Die größten Erfolge verzeichnet die chinesische Außen- und Wirtschaftspolitik jedoch am Rande der Europäischen Union. Die dortigen Staaten haben sich in der „16+1“-Gruppe der mittel- und osteuropäischen Ländern zusammengeschlossen. Aus diesem Verbund wurden inzwischen zahlreiche Investitionen mit China abgeschlossen, vor allem im Bereich der Infrastruktur.