Finanzminister Siluanow: Brexit hat nur bedingte Auswirkungen auf russische Wirtschaft

Finanzminister Siluanow: Brexit hat nur bedingte Auswirkungen auf russische Wirtschaft
Die Auswirkungen des britischen Austritts aus der EU werden für die russische Wirtschaft begrenzt sein. Dies hat der russische Finanzminister Anton Siluanow verkündet. Der Brexit könnte allerdings zum erneuten Fall des internationalen Ölpreises führen, der den Rubel schwächt und wachsende Volatilität mit sich bringt.

„Die Abstimmung im Vereinigten Königreich hat bewiesen, dass die Märkte und Weltwirtschaft zu optimistisch waren. Es gehen zwei zentrale Konsequenzen hervor: Ein starker Anstieg der Marktvolatilität und neue Unsicherheit über die zukünftige Entwicklung der Weltwirtschaft“, sagte Siluanow.

Besorgniserregend seien vor allem Schwankungen auf den Finanzmärkten. Dieser Umstand könnte zu einem Rückgang des internationalen Ölpreises und der Schwächung des Rubels führen. Der Minister bemerkte jedoch, die Auswirkungen werden weniger schwerwiegend sein, als jene, die Russland seit 2014 nach der Wiedervereinigung mit der Krim durchmacht. Zahlreiche westliche Staaten haben gegen Russland umfassende Wirtschaftssanktionen verhängt.

Der ehemalige Finanzminister und gegenwärtige Wirtschaftsberater des russischen Präsidenten, Alexander Kudrin, bestätigte die Meinung des Finanzministers. Auch er fürchte keine signifikanten Konsequenzen durch den Brexit für die russische Wirtschaft. Russland habe seine eigenen Probleme, auf die es ein Auge werfen muss.

Der russische Rubel fiel am Freitag im Handel auf 65,49 Punkte zum US-Dollar. Gegenüber dem Euro legte die Währung allerdings leicht zu. Sie wurde zwischenzeitlich bei 72,45 Punkten gehandelt. Der in Rubeln gehandelte Moskauer Aktienindex sackte am Freitagvormittag 2,69 Prozent ein. Der US-Dollar denominierte RTS-Index rutsche hingegenum 4,64 Prozent ab.

Die russische Zentralbank informierte am Freitag, der Zusammenbruch auf den globalen Märkten war vorhersehbar gewesen. Die Regulationsbehörden haben ihre Instrumente den neuen Bedingungen angepasst.

Am Donnerstag wählten 52 Prozent der an der EU-Volksabstimmung teilnehmenden Briten dafür, dass Großbritannien aus der Europäischen Union wieder austreten solle.

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