"Zeichen der Annäherung" - Eröffnung des Internationalen Wirtschaftsforums in Sankt Petersburg

"Zeichen der Annäherung" - Eröffnung des Internationalen Wirtschaftsforums in Sankt Petersburg
Schon zum 20. Mal findet das Internationale Wirtschaftsforum in St. Petersburg statt. Dieses Jahr unter dem Motto „Auf der Schwelle zu einer neuen wirtschaftlichen Realität“. Erwartet werden Gäste aus über 100 Ländern. Am Rande der Veranstaltungen sind Treffen zwischen den verschiedenen Staatschefs geplant. Der russische Präsident Wladimir Putin trifft sich zudem mit Vertretern internationaler Unternehmen und Nachrichtenagenturen.

Das Wirtschaftsforum in St. Petersburg (SPIEF) wurde im Jahre 1997 zum ersten Mal abgehalten. Seither findet es jedes Jahr in der ehemaligen Hauptstadt der Zaren statt. Von Peter dem Großen 1703 errichtet, bezeichnete schon der russische Schriftsteller Alexander Puschkin diese Stadt als Russlands "Fenster nach Europa". German Gref, Chef der Sberbank, sagte über das St. Petersburger Wirtschaftsforum:

"…um zu zeigen, wofür Russland eigentlich steht, passt Sankt Petersburg am besten. Die Stadt verbindet man mit den Weißen Nächten und seinem Kulturangebot. Das war die Idee."

Nach zwei Jahren Abwesenheit nehmen dieses Jahr nun auch erneut europäische Entscheidungsträger aus Wirtschaft und Politik daran teil. Das Ziel des Forums war und ist es nach wie vor, wirtschaftliche Barrieren zwischen Russland und anderen Ländern abzubauen. 

Seit dem Jahre 2005 steht das Treffen unter der Ägide des jeweiligen russischen Präsidenten. Auch dieses Jahr wird Präsident Wladimir Putin an der Veranstaltung teilnehmen und sich mit den internationalen politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsträgern treffen.

Geplant ist eine Besprechung zwischen Putin und seinem Amtskollegen, dem italienischen Premierminister Matteo Renzi. Beide werden die Perspektiven der Russland-EU Beziehungen thematisieren. Weiteres Thema wird die Zusammenarbeit zwischen Italien und Russland im Kampf gegen den IS sein sowie der Syrienkonflikt und Libyen.

Jean-Claude Juncker, Präsident der Europäischen Kommission, und Putin werden sich ebenfalls treffen. Die Sanktionen zwischen Russland und der Europäischen Union sollen nicht verhandelt werden. Doch gehen russische Medien davon aus, das Präsident Putin das Thema ansprechen wird.

"Ich finde es sehr wichtig, dass wir wenigstens in Wirtschaftsfragen versuchen, uns auf Russland zuzubewegen. Aber ich kann versichern: Es wird keine Aufweichung der europäischen Positionen geben in Sankt Petersburg", verkündete Junker durch seine Pressesprecherin im Vorfeld der Reise.

Darüber hinaus treffen sich Putin und der UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon mit dem UN-Sondergesandten für Syrien, Staffan de Mistura. Nach Angaben des russischen Präsidentenberaters Yuri Uschakow werden der Kampf gegen den internationalen Terrorismus und die Lage in Syrien besprochen werden.

Traditionell wird Putin am 17. Juni an einer Plenarsitzung teilnehmen und dort eine Rede halten. Auch Kasachstans Staatschef Nursultan Nasarbajew und der italienische Regierungschef Matteo Renzi werden anwesend sein.

„Was die Botschaft anbelangt, die der Präsident den ausländischen Teilnehmern des St. Petersburger Forums, senden möchte, so sage ich das so: Die Arbeit am Auftritt des Präsidenten befindet sich noch im Anfangsstadium. Es ist noch zu früh, Prognosen abzugeben. Obwohl ich mit großer Überzeugung sagen kann, dass der Präsident – wie jedes Jahr – besonders unser Interesse an wirtschaftlichen Investition und der Fortsetzung und Ausweitung der Zusammenarbeit mit ausländischen Unternehmen betonen wird,“ so Dmitri Peskow, der Pressesprecher des russischen Präsidenten.

Erwartet werden in St. Petersburg unter anderem auch Kubas Vizepräsident des Ministerrates, Ricardo Cabrisas Ruiz, und der Vizekanzler von Österreich, Reinhold Mitterlehner.

Aus der Wirtschaft werden über 10.000 Vertreter verschiedener internationaler Unternehmer erwartet. Darunter auch aus Nordamerika, Frankreich, der Schweiz, Japan, Großbritannien, Deutschland, Italien, Indien, den Niederlanden, Finnland, Belgien, China, Kasachstan, Dänemark, Griechenland und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Zu einem Treffen mit Putin wurden unter anderem Vertreter von BP, Siemens, Shell, Wintershall Holding GmbH und Caterpillar eingeladen.