Daimler baut künftig Autos im Moskauer Esipovo-Industriepark

Daimler baut künftig Autos im Moskauer Esipovo-Industriepark
Russlands Handelsministerium hat mit dem deutschen Automobilriesen Daimler die Herstellung von Mercedes-Benz-Autos für den russischen Markt vereinbart. Dafür wird eigens eine deutsche Produktionsstätte in der Region der Hauptstadt Moskau errichtet.

„Der Plan wurde vom Ministerium bestätigt. Derzeit wird noch das grüne Licht von den regionalen Behörden erwartet“, sagte Transportminister Babuschkin gegenüber dem Nachrichtendienst Rambler. Er betonte, die Region Moskau habe bereits ihr Interesse an diesem Projekt signalisiert. Die Verhandlungen seien noch im Gange. Ein Startdatum für die Errichtung der Mercedes-Produktionsstätte sei noch nicht festgelegt.

Der russische Wirtschaftsminister Alexei Uljukajew lädt deutsche Unternehmen ein, auch weiterhin in Russland zu investieren

Daimler wird seine Produktion von Mercedes-Benz-Fahrzeugen im Moskauer Esipovo Industriepark realisieren. In der neuen Produktionsstätte sollen folgende Autotypen hergestellt werden: E-Klasse, S-Klasse, A-Klasse sowie ML- und GL-Modelle. Daimler möchte bis zu 25.000 Fahrzeuge in Moskau zusammenbauen.

Die Parteien werden voraussichtlich in den nächsten zwei Wochen einen garantierten Beteiligungsvertrag (GIC) unterzeichnen, der seit Mitte 2014 diskutiert wird. Dieser verpflichtet den Investor, innerhalb eines festgesetzten Zeitraums mit der Produktion zu beginnen.

Die Montage von Fahrzeugen in Russland wird es dem deutschen Unternehmen erlauben, auf Staatskaufverträge zurückzugreifen.

Daimler operiert gegenwärtig über ein Joint Venture mit dem russischen Unternehmen KAMAZ in der autonomen Republik Tatarstan. Beide Unternehmen kooperieren beim Lastkraftwagen-Bau. Das deutsche Unternehmen aus Stuttgart hält 15 Prozent der Anteile am russisch-tatarischen Automobilhersteller. In Nischni Nowgorod unterhält Daimler eine Montagelinie für Mercedes-Benz-Minibusse vom Typ Sprinter Klassik.

Seit sich die Handelsbeziehungen zwischen Moskau und der EU infolge der wechselseitigen Sanktionspolitik verschlechtert haben, versuchen europäische Unternehmen, ihre Produktion in der Russischen Föderation selbst zu errichten, um Gegensanktionen zu vermeiden und ihren Anteil am russischen Markt halten zu können.