Bayer will sich für Kauf von Monsanto massiv verschulden – Rothschild-Bank nimmt Beraterfunktion ein

Bayer will sich für Kauf von Monsanto massiv verschulden – Rothschild-Bank nimmt Beraterfunktion ein
Der deutsche Pharmakonzern Bayer hat dem umstrittenen US-Unternehmen Monsanto ein gewaltiges Übernahmeangebot gemacht. Bayer möchte rund 62 Milliarden US-Dollar an die US-Amerikaner zahlen. Das Haus Rothschild steht dem Mega-Deal in beratender Funktion bei.

Wenige Tage nachdem die Leverkusener offiziell preisgegeben hatten, dass sie offizielle Gespräche mit Monsanto über eine etwaige Übernahme führen würden, wurde am Montag ein Mega-Angebot abgegeben. Bayer möchte 62 Milliarden US-Dollar an den Agrochemie-Konzern zahlen. Dabei möchten sich die Deutschen die Transaktion pro erworbene Aktie 122 US-Dollar kosten lassen.

Sollte der Deal durchkommen, würde der Ausgabewert eine erhebliche Prämie für die Monsanto-Aktionäre bedeuten. Der Aktienkurs von Monsanto schloss am vergangenen Freitag bei rund 100 US-Dollar.

Der Erwerb von Monsanto würde „eine zwingende Gelegenheit darstellen, um eine Führungsposition in der globalen Landwirtschaft zu schaffen, während sich Bayer als Life-Science-Unternehmen langfristig in einer Wachstumsbranche festigt. Bayer will durch die Übernahme von Monsanto ein weltweit führendes Unternehmen der Agrarwirtschaft werden“, rechtfertigt Bayer in einer Mitteilung seine Vorgehensweise.

Wie Bayer die milliardenschwere Übernahme von Monsanto stemmen will, erklärte die Wirtschaftskorrespondentin der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, Brigitte Koch, in einem Beitrag: Bei einer Telefonkonferenz am Montagmorgen deutete der Bayer-Vorsitzende Werner Baumann demnach an, dass ein Viertel der Übernahme-Summe aus eigenen Mitteln kommen werde. Die FAZ schlussfolgerte daraus, dass den Aktionären eine saftige Kapitalerhöhung drohe. Für die restliche Finanzierung des Mammut-Deals sollen die US-amerikanische Bank of America und die Schweizer Credit Suisse aufkommen. Besonders interessant: Dem Abkommen beratend beistehen soll die Privatbank Rothschild. Eine Fremdfinanzierung von 75 Prozent bedeutet, dass die Leverkusener für den Erwerb von Monsanto gewaltige Schulden aufnehmen müssten.

Der deutsche Konzern würde den weltweiten Agrochemie-Sektor infolge des Monsanto-Erwerbs künftig anführen. Dennoch brach der Aktienkurs von Bayer vergangene Woche ein, als Bayer bekanntgab, dass es mit dem US-Unternehmen aus St. Louis verhandelt.

Monsanto wird immer wieder von Umweltschützern scharf kritisiert. Der Saatguthersteller produziert den Unkrautvernichter „RoundUp“. Dabei verwendet Monsanto den umstrittenen Wirkstoff Glyphosat, der zahlreichen Umweltorganisationen zufolge krebserregend ist. „RoundUp“ ist der weltweit am häufigsten verwendete Unkrautvernichter. In Deutschland kommt das Produkt auf rund 40 Prozent der bestellten Felder zum Einsatz.

Die drohende Fusion von Bayer mit Monsanto löste zahlreiche Protestzüge überall auf der Welt aus. Insgesamt gab es Demonstrationen in 46 Ländern, darunter in Mexiko, Argentinien, Kanada, den USA, den Niederlanden, Kroatien, der Schweiz und China. Die Demonstranten drückten ihren Unmut mit Bannern, Schildern und Aufrufen gegen das Herbizid „RoundUp“ aus.

Die Marktposition von Monsanto hat sich im Zuge der gescheiterten Übernahme des Schweizer Rivalen Syngenta verschlechtert. Monsanto bot den Schweizern 46,2 Milliarden US-Dollar an. Den Zuschlag erhielt die Konkurrenz aus China für 44 Milliarden US-Dollar. Der Markt im Agrochemie-Sektor wurde schließlich durch die Fusion der Unternehmen Dow und DuPont weiter verdichtet. Der Deal kostete 130 Milliarden US-Dollar.