Russische USC will künftig eigene Kreuzfahrtschiffe bauen

Russische USC will künftig eigene Kreuzfahrtschiffe bauen
Der Präsident der Vereinigten Schiffbau-Gesellschaft Russlands hat Pläne bekanntgegeben, wonach in seinem Unternehmen das erste Kreuzfahrtschiff seit den 1950er Jahren gebaut werden soll. Alexej Rahmanow sagte, der Bau werde noch dieses Jahr beginnen.

Nach dem Kollaps der Sowjetunion hatte Russland Probleme im Schiffbau. Zahlreiche Technologien gingen im Laufe der 1990er Jahre verloren. Laut Präsident Rahmanow will USC fortan die entstandene Lücke füllen. USC wurde im Jahr 2007 mit Spezialisierung auf den Bau militärischer Schiffe gegründet. Das Unternehmen befindet sich in staatlicher Hand.

Das Unternehmen vereinigt Werften, Design-Büros und Wartungsanlagen unter seinem Dach. USC befriedigt rund 80 Prozent der heimischen Nachfrage im Schiffbau-Sektor. Problematisch gestaltet sich der politische Zwist mit Kiew. Bis zur Ukraine-Krise importierten russische Schiffbauer, vor allem im militärischen Bereich, Schiffsmotoren aus der Ukraine. Im Jahr 2015 versprach das Ministerium für Industrie und Handel in Moskau, ukrainische Motoren bis 2018 durch eigene Modelle zu substituieren.

Seitdem die Türkei und Ägypten als beliebte Touristen-Destinationen für russische Staatsangehörige ausfallen, hätten Kreuzfahrtsbuchungen im Land um rund 800 Prozent angezogen, berichtete die Wirtschaftszeitung Kommersant. Am liebsten würden Flusskreuzfahrten von Moskau nach Sankt Petersburg oder Kasan gebucht.

Viele russische Touristen machten zudem Urlaub in Europa, aber seit der Abwertung des Rubel im Zuge der Ukraine-Krise satteln sie auf erschwinglichere Ferienmöglichkeiten im eigenen Land um.

Die Sowjetunion verfügte über eine gesamte Ozean-Flotte an Kreuzfahrtschiffen, die im Schwarzen und Baltischen Meer haltmachten. Die Riesenschiffe wurden in Ostdeutschland, Finnland und Jugoslawien für den Sowjetraum gebaut. Die meisten dieser Schiffe sind allerdings nicht mehr in Betrieb.