Grafik des Tages: Ölexporte aus Libyen brechen weiter ein

Milizen der Regierung im Osten Libyens vor einer Fabrik in Benghasi, Libyen, April  2016.
Milizen der Regierung im Osten Libyens vor einer Fabrik in Benghasi, Libyen, April 2016.
Die Exporte aus dem Ölhafen Marsa El-Hariga in Tobruk stellen den Großteil Erdölexporte Libyens. Weil die weiterhin bestehende Rumpfregierung im Osten des Landes damit droht, den Hafen zu schließen, könnten die Exporte aus dem nordafrikanischen Bürgerkriegsland erneut einbrechen. Mit der Blockade droht auch das ohnehin fragile Friedensabkommen zu scheitern.

In der vergangenen Woche drohte die libysche Teilregierung in Tobruk, dass sie die Beladung von Schiffen im Ölhafen Marsa El-Hariga in Tobruk blockieren würde. Die Androhung ist ein Instrument im Machtkampf um die Neugestaltung des Landes. Das Parlament in Tobruk verlangt, dass alle Exporte von Öl und Gas über eine einheitliche Ölgesellschaft abgewickelt werden.

Gegenüber Reuters räumte ein Mitarbeiter von Libyens Nationaler Ölgesellschaft in Tripoli ein, dass eine solche Maßnahme den gesamten Export blockieren könnte. Die Ausfuhren über Marsa El-Hariga stellen den Großteil aktuellen libyschen Exporte-mehr als 150.000 Barrel pro Tag. Die Regierung in Tobruk versuchte in den vergangenen Wochen, Öl auf eigene Rechnung zu exportieren. Dies konnten die Vereinten Nationen bis zur letzten Woche vereiteln. Die UNO verbietet mit einer eigenen Resolution des Sicherheitsrate den unkontrollierten Export aus Libyen.

Nachdem im Jahr 2011 ein westliches Bündnis die libysche Regierung stürzte, entwickelten sich in dem nordafrikanischen Land Chaos und Gewalt. Die Ölförderung brach von täglich 1,5 Millionen Barrel auf aktuell 340.000 Barrel ein. Die von den Vereinten Nationen unterstützte Einheitsregierung ist zwar in der westlichen Hauptstadt Tripolis eingetroffen. Die vom Westen zunächst hofierte Regierung im Osten erkennt sie jedoch nicht an.