Russland: Zentralbank lässt Leitzins in Anbetracht wirtschaftlicher Erholung unangetastet

Russland: Zentralbank lässt Leitzins in Anbetracht wirtschaftlicher Erholung unangetastet
Der russische Rubel ist infolge einer robusten Politik der Moskauer Zentralbank auf ein Fünf-Monats-Allzeithoch geklettert. Die Zentralbank hat den Leitzins unverändert bei elf Prozent konsolidiert.

Zum ersten Mal seit November letzten Jahres ist die russische Nationalwährung auf einen Kurs von unter 64 Rubel gegenüber dem US-Dollar gefallen. Der Rubel legte auch im Vergleich zum Euro zu und wurde auf dem Börsenparkett zwischenzeitlich bei 72,92 Punkten gehandelt.

Die Entscheidung, den Zins bei elf Prozent zu halten, war für den Markt keine Überraschung. Nur sechs von 40 befragten Ökonomen prognostizierten laut Bloomberg, dass ein Zinsschnitt auf 10,5 Prozent möglich wäre. Zuletzt setzte die russische Zentralbank den Leitzins am 31. Juli 2015 herab.

Die Finanzregulierungsbehörde in Moskau kommentierte in einer Stellungnahme ihre Entscheidung mit folgenden Worten:

„Der Verwaltungsrat sieht, dass die positiven Wirkungen der Inflation abflauen und die Inflationserwartungen rückläufig sind. Es sind Veränderungen in der Wirtschaft erkennbar, die den Beginn einer Erholung im Wachstum antizipieren lassen. Zur gleichen Zeit bleiben Inflationsrisiken groß.“

Die Zentralbank zieht eine mögliche Lockerung ihrer Geldpolitik jedoch grundsätzlich in Betracht, sollten die Inflationsrisiken nachlassen. Der Verwaltungsrat der Zentralbank glaubt, dass die Inflation im April 2017 bereits bei fünf Prozent kursieren und Ende 2017 vier Prozent erreichen könnte. Dem Stand vom 25. April zufolge liegt die Inflationsrate für Verbraucher derweil bei 7,3 Prozent.

Die Bank erwartet Ende 2016, respektive Anfang 2017, ein vierteljährliches Wachstum der Volkswirtschaft. So heißt es in der amtlichen Mitteilung weiter:

„Zentrale makroökonomische Indikatoren weisen einen höheren Widerstand der russischen Wirtschaft zu Schwankungen der Ölpreise aus. Der freischwebende Wechselkurs balanciert die negativen Auswirkungen externer Schocks aus. Die Entwicklung aus den Importsubstitutionen und der Ausbau von Exporten aus den Nicht-Rohstoffbranchen tragen positiv zur industriellen Produktion bei. Die Indikatoren zur Kapazitätsauslastung haben sich außerdem verbessert.“

Dennoch drängte die Zentralbankchefin, Elvira Nabiullina, vergangene Woche dazu, trotz einer Inflation, die auf das Niveau von 2013 zurückkehrt, wachsam zu bleiben. Sie führte an, dass noch ein Restrisiko bestünde, wonach die Inflation bei sechs bis sieben Prozent stecken bleiben könnte. Das wäre „völlig unakzeptabel“ für das Investitionswachstum des Landes.