Russische Landwirtschaft größter Gewinner des Lebensmittelembargos

Russische Landwirtschaft größter Gewinner des Lebensmittelembargos
Die Abwertung des Rubels und steigende Chancen auf dem Binnenmarkt als Ergebnis des von Moskau verhängten Lebensmittelembargos für ausländische Agrar-Produkte haben für die russische Landwirtschaft neue Anreize geschaffen, Pläne für umfassende Investitionen und Wachstum auszuarbeiten.

So verkündete unter anderem das Unternehmen Ros Agro, es werde 250 Millionen US-Dollar an Fremdkapital für Investitionen aufnehmen, um westliche Importausfälle durch eigene Produkte zu substituieren.

Der Mehrheitsaktionär des Unternehmens Vadim Moshkovich plant, weitere neu ausgegebene Hinterlegungsscheine im Wert von 100 Millionen US-Dollar zu erwerben.

Unter anderem gehört Ros Agro zu den größten Gewinnern des russischen Lebensmittelembargos gegen westliche Importeure. Der Aktienkurs des Unternehmens hat sich seit August 2014 verdreifacht. Am Montag wurde er zuletzt bei 16,12 US-Dollar je Aktie gehandelt.

Der führende Lebensmittelhersteller Russlands beabsichtigt, einen Schweinezuchtkomplex im Osten des Landes sowie Gewächshausanlagen in Zentralasien zu errichten. Die Investitionen sollen Aktienverkäufe in London möglich machen.

„Das Unternehmen wird aggressiv investieren und wachsen“, attestierte der Finanzanalyst Swjatoslaw Arsenow gegenüber Bloomberg. Er betonte, die Abwertung des Rubels mache den Sektor besonders attraktiv.

Russland wurde 2013 international als der neuntgrößte Lebensmittelhersteller geführt. Vor zwei Jahren reduzierte Russland laut Regierungsangaben seine Lebensmittelimporte weiter um 40 Prozent auf 26,5 Milliarden US-Dollar.

Die russische Regierung in Moskau betont immer wieder, sie wolle die Ernährungssicherheit erhöhen und den Agrarsektor stärken. Dabei verspricht sie Landwirten umfassende staatliche Unterstützungsprogramme. Nach Aussagen des Premierministers, Dimitri Medwedew, produziere Russland immer noch nicht genug Milch, Obst und Gemüse.

„Wir haben die Menge der in Russland produzierten Fleischprodukte und jene für den heimischen Markt zementiert und die Exporte in gleichem Maße erhöht. Wir können nicht nur uns versorgen“, sagte Medwedew Anfang dieses Monats. Er fügte hinzu, dass inzwischen mehr als 3,4 Milliarden US-Dollar in den russischen Agrarsektor investiert wurden.