"Minus von 500 Milliarden US-Dollar" - IWF senkt Wachstumsprognose für die Golfmonarchien

"Minus von 500 Milliarden US-Dollar" - IWF senkt Wachstumsprognose für die Golfmonarchien
Nach Einnahmeverlusten von 390 Milliarden US-Dollar aufgrund des schwachen Ölpreises in 2015 könnten die Öl exportierenden Staaten des Nahen Ostens in diesem Jahr weitere 490 bis 540 Milliarden US-Dollar einbüßen. Das geht aus einer kürzlich veröffentlichten Studie des Internationalen Währungsfonds (IWF) hervor.

Staaten wie Saudi-Arabien, die stark abhängig von Erdölexporten sind, weisen enorme Haushaltsdefizite aus. Riad versucht zwar mittlerweile, seine Wirtschaft zu diversifizieren, aber Gewinne aus dem Erdölgeschäft tragen noch immer mit 72 Prozent zu den staatlichen Einnahmen bei. Diese Entwicklung werde dieses Jahr in ein 90 Milliarden US-Dollar schweres Budget-Loch münden, prognostiziert der IWF.

Die Wachstumsprognose für die sechs Mitgliedsstaaten des Golf-Kooperationsrates - Saudi-Arabien, Kuwait, Bahrain, Katar, Oman und die Vereinigten Arabischen Emirate - wurde von 3,3 Prozent im Jahr 2015 auf nur noch 1,8 Prozent in diesem Jahr herabgesenkt. Die größte Volkswirtschaft der Region, Saudi-Arabien, könnte 2016 noch auf zwei Prozent kommen.

„Die Ölpreise werden sich von ihrem Ausgangspunkt verbessern, aber sie werden für eine lange, lange Zeit nicht wieder auf die Werte von 2013 oder 2014 zurückklettern. Das bedeutet, dass viele ihre Ausgaben kürzen müssen. Stattdessen müssen sie vielmehr versuchen, ihre Einnahmen außerhalb des Erdölsektors zu erhöhen“, kommentierte der IWF-Direktor für den Nahen Osten und Zentralasien, Masood Ahmed, gegenüber der Nachrichtenagentur AP.

Doch Ahmed lobte nichtsdestotrotz die Anstrengungen Saudi-Arabiens, das durch die Verlagerung des Ölpreises entstandene Haushaltsdefizit zu bekämpfen. Er umschrieb sie als „ehrgeizig und umfassend“.

Noch im Oktober letzten Jahres warnte der IWF, dass Saudi-Arabien die finanziellen Rücklagen innerhalb der nächsten fünf Jahre ausgehen könnten, wenn es an seiner gegenwärtigen Wirtschaftspolitik festhalte. Über nachhaltigere Puffer verfügten lediglich Kuwait, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate.