Ernst & Young-Studie: USA und Russland auf gleichem Korruptionsniveau

Ein Arbeiter untersucht die Pipeline auf einem sibirischen Ölfeld
Ein Arbeiter untersucht die Pipeline auf einem sibirischen Ölfeld
Laut einer aktuellen Studie der Ernst & Young AG ist die korporative Korruption in Russland in den letzten Jahren stark gesunken und hat mittlerweile das Niveau der USA erreicht.

Ernst & Young hat seine jährliche Korruptionsstudie veröffentlicht. Demnach hat Russland seine Kennwerte stark verbessert: Im Jahresergebnis hat sich die Anzahl der Befragten, die Bestechung eine verbreitete Erscheinung im Geschäftsleben nennen, um fast ein Drittel verringert. Während im Vorjahr 48 Prozent der Befragten Korruption im Unternehmenssektor als weit verbreitet ansahen, sind es in diesem Jahr laut den Umfrageergebnissen nur noch 34 Prozent. Dies sind auch fünf Prozentpunkte weniger als die Weltrate und das gleiche Niveau, auf dem sich aktuell die USA und Polen befinden. Das Durchschnittskorruptionsniveau beträgt 39 Prozent weltweit, 2014 und 2012 waren es 38 Prozent.

Laut der aktuellen Forschung gaben nur acht Prozent der Unternehmen zu, dass man in ihren Branchen zu Schmiergeldzahlungen greift, wenn ein Geschäft abgeschlossen werden soll. Diese Zahl ist in Russland um das Dreifache kleiner als im Vorjahr und kleiner als die Weltrate (elf Prozent). Besonders verbreitet ist das genannte Problem in der Ukraine (36 Prozent), in Kenia (32 Prozent) und Kolumbien (30 Prozent).

Ernst & Young selbst führt die aktuellen Umfrageergebnisse auf die Antikorruptionsaktivitäten der Behörden zurück. „Russische Behörden entwickeln und vervollständigen Antikorruptionsgesetze weiter. Unter anderem wurde die Liste der Beamten erweitert, die ihre Einnahmen publik machen sollen sowie potentielle Interessenkonflikte melden“, wird der Ernst & Young-Partner Dmitri Zhigulin von der Nachrichtenagentur RBK zitiert.

An der Umfrage haben Mitarbeiter von Einzelhandelsunternehmen, Industriebetrieben, Mineralölgesellschaften und Energieunternehmen teilgenommen. Die Studie wurde in Russland von Oktober 2015 bis Januar 2016 durchgeführt, dabei wurden Mitarbeiter der Rechts- und Finanzabteilungen von 50 russischen Großunternehmen mit einem Jahreseinkommen rund 1 Milliarde US-Dollar befragt.

Fast 3.000 Befragte aus 62 Ländern nahmen an der Studie teil. Demnach ist das Korruptionsniveau im Unternehmenssektor in Brasilien (90 Prozent), in der Ukraine (88 Prozent) und in Thailand (86 Prozent) am höchsten. Am niedrigsten sind die Werte in Finnland (0 Prozent)und Schweden (4 Prozent).