Chinesische Investoren wollen 11 Millionen Hektar Land in Australien aufkaufen

Chinesische Investoren wollen 11 Millionen Hektar Land in Australien aufkaufen
Ein Konsortium von chinesischen und australischen Investoren hat sich darauf geeinigt, in Australien für 11 Millionen Hektar Land vom privaten Anbieter S. Kidman & Co zu erwerben, dies entspricht einem Prozent der Gesamtfläche Australiens. Der Kauf sorgt insbesondere deswegen für Aufsehen, da auf dem zu erwerbenden Land sich eine offizielle Prüfstelle für Waffensysteme des australischen Militärs befindet.

Noch letztes Jahr wies die australische Regierung die Übereinkunft zurück und zitierte nationale Interessen als Grund für die Ablehnung. Doch nun hat die nationale Regulationsbehörde vorerst dem Deal über den Verkauf von Ländereien im australischen Hinterland zugestimmt.

Das Hauptanliegen von Canberra liegt darin, dass laut Vereinbarung auch die Anna Creek Farm verkauft werden soll. Auf dem Gebiet der Ortschaft findet sich eine Prüfstelle für Waffensysteme des Militärs. Die Regierung argumentierte, der Verkauf des Grundstücks an ein ausländisches Unternehmen könnte ein Sicherheitsrisiko für die Arbeit in der Prüfstelle darstellen.

Das australische Finanzamt indes erklärte inzwischen, dass es keine Entscheidung über die endgültige Genehmigung der Vereinbarung vor den Wahlen im Juli treffen werde.

Das Investoren-Konsortium stellt sich aus dem in China ansässigen Unternehmen Dakang Australia, das 80 Prozent der Ländereien erwerben möchte, und dem kleineren Investitionsmanager aus Australien, Rural Capital, zusammen, das auf der Wertpapierbörse in Sydney, dem Australian Securities Exchange (ASX), gelistet ist.

Das von China angeführte Konsortium lockt Canberra mit der Versprechung, 36 Millionen US-Dollar in die Verbesserung der Kapitalstruktur der Ländereien und Aufforstung bereits im ersten Jahr nach Kauf der Objekte hineinstecken zu wollen. Dabei sollen mindestens 50 neue Arbeitsplätze in den spärlich besiedelten Regionen Zentralaustraliens entstehen.

„Das Konsortium und Kidman haben alle Anfragen erfüllt, die vom Foreign Investment Review Board [der Schatzkanzlei] gemacht wurden, und wir glauben der Verkauf der Ländereien wird dem Unternehmen Kidman langfristig die Zukunft sichern“, kommentierte der Vorsitzende des Unternehmens Kidman, John Crosby, den Deal.

Das Unternehmen S. Kidman & Co. wurde 1899 gegründet. Es ist auf das Geschäft mit Immobilien und Grundstücken in ländlichen Regionen Australiens spezialisiert. Es sitzt auf Ländereien mit nicht weniger als 185.000 Rindern. Das Rindfleisch wird unter anderem auf die Märkte Japans, Südostasiens oder der USA exportiert. Das Unternehmen ist weitestgehend in Familienhand, zu der auch die renommierte Schauspielerin Nicole Kidman zählt.

Australien gehört zu jenen Ländern mit einer entwickelten Wirtschaft, bei denen wachsende Investitionen Chinas in den Immobilien-, Agrar- und Infrastruktursektor Grund für öffentliche Besorgnis sind.

Laut Regierungsangaben machten allerdings chinesische Investitionen 2014 nur vier Prozent der gesamten Auslandsinvestitionen in Australien aus. Dennoch ist bemerkenswert, dass sich chinesische Investitionen in den australischen Immobiliensektor seitdem binnen nur zwölf Monaten, also bis Juni 2015, nahezu auf 18,4 Milliarden US-Dollar verdoppelten.