"Milliardenverluste" - Ukrainische Wirtschaft leidet massiv unter Folgen der Sanktionsspirale

"Milliardenverluste" - Ukrainische Wirtschaft leidet massiv unter Folgen der Sanktionsspirale
Die Handelsrestriktionen von russischer Seite als Antwort auf die durch die von Kiew und der EU verhängten Sanktionen, haben in der Ukraine zu Verlusten in Höhe von 98 Milliarden US-Dollar geführt. Das geht aus einem Bericht zur Überprüfung der ukrainischen Handelspolitik für die Welthandelsorganisation hervor. Gleichzeitig ist auch der Export von Metallen und Mineralien aus der Ukraine in die EU eingebrochen.

„Das Handelsvolumen mit der Russischen Föderation, früher größter Handelspartner des Landes, ist seit 2012 rückläufig [von 24,3 Prozent 2012 auf 12,7 Prozent 2015], vor allem aufgrund der Einführung von illegalen und diskriminierenden Handelsbeschränkungen. Der Gesamtverlust belief sich auf 98 Milliarden US-Dollar.“

So das ukrainische Ministerium für Wirtschaftsentwicklung und Handel in einer offiziellen Stellungnahme.

Laut dem Bericht seien ferner Metall- und Mineralexporte aus der Ukraine nach Europa eingebrochen. Dennoch sei der gesamte Anteil der Exporte in die Eurozone von 22,3 Prozent 2012 auf 34,1 Prozent 2015 gestiegen.

Im März stufte das Kiewer Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung seine Prognose für das volkswirtschaftliche Wachstum der Ukraine für das erste Halbjahr 2016 von einem Prozent auf null Prozent herunter. Grund für die anhaltende Stagnation der ukrainischen Wirtschaft wären in erster Linie die russischen Handelsbeschränkungen, obwohl auch westliche Politiker und Wirtschaftsanalysten immer häufiger auf die grassierende Korruption in Kiew hinweisen. Dieser Umstand steht einer Belebung der wirtschaftlichen Dynamik des bürgerkriegsgeschüttelten Landes entgegen.

Der russische Präsident Wladimir Putin unterzeichnete im Vorjahr ein Dekret, welches das Freihandelsabkommen mit der Ukraine mit Beginn dieses Jahres aussetzte. In diesem Kontext erklärte das russische Staatsoberhaupt, Kiews Entscheidung, die Grenzen zur EU zu öffnen, kompromittiere russische Wirtschaftsinteressen. Moskau müsse befürchten, dass ohne eine solche Beschränkung die Ukraine europäische Waren illegal nach Russland liefern könnte.

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Nicht zuletzt verhängte der Kreml aber auch ein Embargo über ukrainische Lebensmittelimporte in Reaktion auf anti-russische Sanktionen, denen sich die Regierung, die im Zuge des Putsches vom Maidan 2014 die Macht ergriffen hatte, aufseiten des Westens anschloss.

Ukrainische Unternehmen, die dennoch ihre Güter über Russland transportieren wollen, müssen sich auf neue Transportbestimmungen gefasst machen. Waren aus der Ukraine müssen fortan über Weißrussland in versiegelten Behältern ausgeführt werden, um weiter nach Russland gelangen zu können. Zudem muss die Fracht mit dem russischen GLONASS-Navigationssystem ausgestattet werden.

Der erste stellvertretende Ministerpräsident Russlands, Igor Schuwalow, kommentierte, dass solche Beschränkungen eingeführt wurden, so dass ukrainische Waren, die für den Transit gedacht sind, auch nicht in russischen Supermärkten landen.

Im Gegenzug verhängte die Ukraine weitere Sanktionen gegen Russland, so gegen Fisch-, Schokoladen-, Kindernahrungs- und Wodkaimporte.