Russland und China planen über gemeinsame Handelsplattform weltweiten Goldhandel zu dominieren

Russland und China planen über gemeinsame Handelsplattform weltweiten Goldhandel zu dominieren
Die Zentralbanken Russlands und Chinas wollen eine gemeinsame Plattform zum institutionalisierten Handel von Edelmetallen, insbesondere Gold schaffen. Die beiden Schwellenländer gehören zu den größten Gold-Aufkäufern der Welt.

Quelle: Gleb Osokin / Wikipedia

„Die BRICS-Staaten sind große Volkswirtschaften mit großen Goldreserven, einem beeindruckenden Produktionsvolumen und Verbrauch des Edelmetalls. In China wird der Goldhandel über Schanghai abgewickelt, in Russland über Moskau. Unsere Idee ist, eine Verbindung zwischen den beiden Städten zu schaffen, um den Handel zwischen beiden Märkten ausbauen“, informierte der stellvertretende Zentralbankchef Russlands, Sergej Schwezow, die Nachrichtenagentur TASS.

China ist der weltgrößte Goldproduzent. Im vergangenen Jahr lag die Produktion bei 490 Tonnen. Russland kam nach Australien mit 295 Tonnen auf Platz drei. Insgesamt stellen beide Staaten zusammen 25 Prozent der globalen Goldproduktion.

Gleichzeitig sind die Zentralbanken Russlands und Chinas die größten Aufkäufer von Gold als harter Währung. Seit 2008 haben sich allein die Goldreserven Chinas nahezu verdreifacht – von 600 auf 1.762 Tonnen.

Die Zentralbank von Russland kaufte im Februar dieses Jahres 356.000 Unzen Gold auf. Laut der russischen Wirtschaftszeitung Wedomosti stieg Russland unter diesem Eindruck zum größten Käufer des sogenannten Krisenmetalls auf. Laut dem Internationalen Währungsfonds (IWF) besitze Russland gegenwärtig 1.415 Tonnen Gold.

Unter den Ländern mit den weltweit größten Goldreserven rangiert China auf Platz fünf und Russland auf Platz sechs, nach den USA, Deutschland, Italien und Frankreich.

Das Edelmetall Gold ist ein knappes Gut. Diese Eigenschaft macht das gelbe Edelmetall so wertvoll. Analysten bemerken in diesem Kontext stets, dass Gold unabhängig sowie schuldenfrei ist und damit kein Risiko hinsichtlich einer Gegenpartei besitzt. Das heißt, wer Gold in der Tasche hat, kann sich heute und konnte sich immer und überall etwas leisten – auch die Zentralbank eines Staates. Experten prognostizieren, dass die Werterhaltungsfunktion des Goldes unter dem Eindruck schwacher und wankender Nationalwährungen noch wichtiger werden würde.

Die Attraktivität begründet sich vor allem mit der Stabilität des Metalls. Diese lässt sich auf die Knappheit der Ressource zurückführen, die nicht beliebig – wie der Euro oder US-Dollar – vermehrt werden könne. Die Goldmenge legte global seit 1968 nie um mehr als 3,5 Prozent jährlich zu, durchschnittlich wuchs der Wert um 2,1 Prozent. Insgesamt gibt es weltweit rund 172.000 Tonnen Gold.