Neue Sphären der Zusammenarbeit: Russland und China wollen Raumfahrt-Technologien austauschen

Neue Sphären der Zusammenarbeit: Russland und China wollen Raumfahrt-Technologien austauschen
Nach Angaben der russischen Raumfahrtbehörde, könnten China und Russland eine neue Ebene der Partnerschaft im Bereich der Weltraumforschung erreichen. Peking sei bereit, Moskau Technologien anzubieten, die elektronische Komponenten an Bord vor Radioaktivität schützen. Im Austausch dagegen erhoffe sich das Reich der Mitte Technologien, die im Bau von Flüssigstofftriebwerken verwendet werden.

Igor Komarow, Generaldirektor von Rokosmos, im Gespräch mit Präsident Wladimir Putin im Oktober 2015 am Wostochni Kosmodrome.

Russland und China könnten nicht nur Waren sondern auch Technologien in der Raumfahrt tauschen, was ihre Kooperation auf eine neue Ebene bringen würde, schreibt die Zeitung „Iswestija“ unter Berufung auf eine Quelle in „Roskosmos“.

Peking könnte Moskau Technologien zur Verfügung stellen, die zur Entwicklung von strahlungsbeständigen elektronischen Komponenten erforderlich sind. Dafür könnte Moskau Technologien anbieten, die beim Bau von Flüssigstofftriebwerken verwendet werden.      

Einem Protokoll zufolge, das im Dezember 2015 nach der letzten Sitzung der zwischenstaatlichen Kommission mit Dmitri Rogosin und Wang Yang an der Spitze verfasst wurde, wurde die Zusammenarbeit im Raumfahrtbereich als Sonderpunkt der Tagesordnung behandelt, berichtet das Blatt.  

„Die Kommission begrüßt die erzielten Vereinbarungen in der Zusammenarbeit in dem Triebwerkbau sowie in der Produktion von elektronischen Komponenten und beauftragt die jeweiligen Raumfahrtbehörden, alle notwendigen rechtlichen Unterlagen unterschriftsreif zu machen, die die Zusammenarbeit in den genannten Bereichen fördern werden“, steht im Protokoll der Kommission, das von Rogosin und Yang unterzeichnet wurde.

In der russischen Raumfahrtbehörde bemerkt man allerdings, dass es noch zu früh sei, um von einer Kooperation zu reden. Dafür müsse man zuerst eine vollwertige rechtliche Grundlage schaffen:

„Wir berücksichtigen die Tatsache, dass China im Unterschied zu Russland kein Mitglied des Raketentechnologie-Kontrollregimes (MTCR) ist. Deswegen muss eine sichere rechtliche Grundlage geschaffen werden, bevor man die Zusammenarbeit im Raketenbau organisiert. Diese rechtliche Basis könnte dann die Verpflichtungen der Seiten bei Schutz und Nichtverbreitung von Raketentechnologien regeln. ʻRoskosmosʼ hat spezielle Arbeitsgruppen mit den chinesischen Kollegen in verschiedenen Bereichen eingerichtet, und wir suchen gerade nach Lösungen, die wir womöglich bis Ende 2016 finden“, verlautete auf Anfrage aus der „Roskosmos“-Pressestelle.   

Nach der Meinung des Mitgliedes der Russischen Ziolkowski-Akademie der Raumfahrtwissenschaften, Andrej Ionin, sollte Russland auf jeden Fall einen Technologietransfer mit China in die Wege leiten, weil das die Zusammenarbeit wesentlich stärken und sie auf eine neue Ebene bringen würde.   

Quelle: Gemeinfrei

„Es lohnt sich, mit China Technologien auszutauschen, weil die technologischen Bande fester als die wirtschaftlichen sind. Die Amerikaner haben versucht, die Beziehungen mit uns zu beenden, um uns zu bestrafen. Sie haben aber die ISS und die Atlas-5-Rakete, in die russische Triebwerke installiert werden. Senator McCain mag auch weiter herumschreien, dass die USA dadurch Putin finanzieren. Doch die Amerikaner setzen die Zusammenarbeit mit uns in diesen Projekten fort. Es gelingt nicht, die technologischen Bande zu zerreißen. Es ergibt wenig Sinn, nur Waren auszutauschen. Das garantiert nichts. Wir sollten uns mit China durch größere Projekte technologisch verbinden. Das wird dann eine neue Ebene der Partnerschaft sein.“